Neue oder gebrauchte Immobilie

Du suchst ein Haus oder eine Wohnung?

Dann ist eine der ersten Entscheidungen die Wahl zwischen einer neuen oder einer gebrauchten Immobilie.
Wir zeigen, worauf man achten sollte und welche Art des Hauses oder der Wohnung wahrscheinlich besser zu dir passt.

Autor: Mario Schantl
Position: Geschäftsführer

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Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Informationen:

  • Ein gebrauchtes Haus ist meist kostengünstiger und die Ausgaben sind besser kontrollierbar.
  • Das Angebot an gebrauchten Häusern ist groß, aber nicht in jeder Kommune stehen Häuser zum Verkauf.
  • Gebrauchte Häuser weisen eine gewisse Abnutzung auf.
  • Ein Haus neu zu bauen, bedeutet, es nach seinem eigenen Geschmack zu planen, aber auch viel Zeit- und Energieaufwand.
  • Neue Häuser sind am Letztstand der Haustechnik.
  • Gebrauchte Wohnungen weisen oft höhere Betriebskosten und Heizkosten auf.
  • Wer eine Wohnung bereits in der Planungsphase oder Bauphase kauft, kann bei der Ausstattung noch mitbestimmen.
  • Gebrauchte Häuser und Wohnungen zu modernisieren, ist wiederum zeit- und kostenintensiv.
  • Nur für neue Immobilien gibt es eine Gewährleistung. Bei Privatverkäufen von gebrauchten Liegenschaften werden diese meist vertraglich ausgeschlossen.

Haus oder Wohnung – gebraucht oder neu

Beim Hausbau kann man sich als Bauherr selbst verwirklichen. Bei einem Wohnungskauf in der Planungs- oder Bauphase hat man ebenfalls gewisse Möglichkeiten, seine Wünsche noch einzubringen.
Gleich flexibel ist das freilich nicht. Daher sollten diese beiden Immobilientypen auch gesondert betrachtet werden. Denn die Vorteile und Nachteile von gebrauchten beziehungsweise neuen Immobilien sind in beiden Fällen nicht unbedingt die gleichen.

 

Gebrauchtes Haus kaufen oder neues Haus bauen lassen

Ein gebrauchtes Haus kann, muss aber nicht ein Altbau sein. Genauso wie unter den alten Innenstadt-Villen finden sich gebrauchte Immobilien unter den Reihenhäusern am Stadtrand. „Gebraucht“ bedeutet lediglich, dass das Gebäude bereits einen Vorbesitzer hatte. Es sagt weder etwas über das Alter noch über den Zustand des Hauses aus.  

Vorteile eines gebrauchten Hauses

Ein entscheidender Aspekt, der für den Kauf eines Bestandsobjektes spricht, ist die Bequemlichkeit. Das Haus muss nicht geplant werden, man braucht keinen Architekten, keinen Bauherren und auch keinen Innenausbau. Je nachdem, ob das Haus aktuell noch bewohnt ist, kann dadurch der Umzug früher stattfinden. Der Aufwand ist also viel geringer.

Ein weiterer Vorteil ist die Einfachheit der Kalkulation. Während im Zuge des Baus eines neuen Hauses immer wieder unvorhersehbare Kosten auftreten können, einigt man sich mit dem Verkäufer auf einen fixen Kaufpreis. Diese Kostensicherheit ist allerdings nur gegeben, wenn kein Sanierungsbedarf besteht und auf Zu- oder Umbauten verzichtet werden kann.

Das Angebot an gebrauchten Häusern ist österreichweit sehr groß. Gerade in Ballungszentren sind leere Grundstücke schon sehr schwer zu bekommen, da ist es einfacher, eine bereits bebaute Liegenschaft zu finden. Ökologisch gesehen, ist es besser, bereits bestehende Häuser zu bewohnen, als neu zu bauen, wobei die verbesserten Energiewerte von aktuellen Bauprojekten ebenfalls zu berücksichtigen sind und nicht unbedingt für ein gebrauchtes Haus sprechen.

Nachteile eines gebrauchten Hauses

Ein gebrauchtes Haus wurde für eine andere Familie konzipiert. Daher kommt nicht unbedingt jede Immobilie für jeden Käufer infrage. Zwar sind Um- und Zubauten möglich, jedoch ist es aus Kostengründen meist nicht ratsam, zu viele große Änderungen an der Grundsubstanz vorzunehmen. Das schränkt die große Auswahl wieder ziemlich stark ein.

Den individuellen Vorstellungen und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung wird man mit einem gebrauchten Haus nicht gerecht. Auch eine gewisse (Ab-)Nutzung und Gebrauchsspuren wird man als Käufer eines gebrauchten Hauses hinnehmen müssen. Eine Gewährleistung ist im privaten Immobilienkauf unüblich, wodurch nach Kaufvertragsabschluss entdeckte Mängel von neuen Eigentümer selbst behoben werden müssen. 

Vorteile eines neuen Hauses

Ein Neubauprojekt hat vor allem den einen großen Vorteil, dass man das Haus ganz nach seinen Wünschen bauen (lassen) kann. Man ist von der Planung bis zur Einrichtung Herr des Projektes und kann sich selbst verwirklichen. Nach Fertigstellung bewohnt man ein nagelneues Haus auf dem aktuellen Stand der Technik.

Einen weiteren Aspekt darf man nicht vergessen: die örtliche Gebundenheit. Viele Häuslbauer wollen in einer bestimmten Gemeinde bleiben oder besitzen unter Umständen sogar schon ein Grundstück. Da ist der Bau eines neuen Hauses meist die einzige Möglichkeit.

Nachteile eines neuen Hauses

Ein Haus zu bauen, ist zeit- und kostenintensiv. Viele Paare und Familien schrecken vor dieser Aufgabe zurück. Nicht zuletzt, weil auch ein gewisses (finanzielles) Risiko mit dem Bau eines Hauses einhergeht.

Weder die Kosten noch die Fertigungsdauer lassen sich ganz genau voraussagen. Gerade in Wohngebieten, in denen neue Siedlungen entstehen, bleiben oft gar keine Bauplätze für private Häuslbauer übrig, da diese bevorzugt an Bauträger für die Errichtung von Reihenhäusern oder Wohnungen verkauft werden. 

Gebrauchte oder neue Wohnung kaufen

Eine neu gebaute Wohnung birgt nicht dieselbe Individualität für den Käufer wie das selbst gebaute Haus für den Häuslbauer. Die Größe der Wohnung, die Lage und Ausrichtung am Grundstück beziehungsweise innerhalb des Gebäudes sind Gegebenheiten, die vom Bauträger aufgeplant werden. Es ist jedoch von Projekt zu Projekt unterschiedlich, wieviel Mitspracherecht man bei der Innenarchitektur hat. 

Vorteile einer gebrauchten Wohnung

Hier gibt es zwei gravierende Vorteile: Die Verfügbarkeit am Markt und der Kaufpreis. Neue Wohnungen sind in der Regel teurer als gebrauchte. Auch stehen weit mehr gebrauchte Immobilien zum Kauf als Erstbezugswohnungen. 

Nachteile einer gebrauchten Wohnung

Eine gebrauchte Wohnung weist häufig Gebrauchsspuren der Vorbesitzer auf. Käufer, die bei der Ausstattung großen Wert auf Makellosigkeit und Individualität legen, müssen nach dem Kauf noch Sanierungs- oder Modernisierungstätigkeiten durchführen. Dies wiederum relativiert den günstigeren Kaufpreis der gebrauchten Wohnung. Falls es sich bei der Immobilie um ein älteres Baujahr handelt, sind die Betriebskosten oft wesentlich höher als in einem Neubau. Auch die Energiewerte und somit die Heizkosten entsprechen meist nicht den aktuellen Standards. Da gebrauchte Wohnungen in der Regel privat ge- und verkauft werden, gibt es keinerlei Schadensersatzansprüche bei Mängeln, da die meisten Verträge eine „gekauft wie besichtigt“ Klausel enthalten.

Vorteile einer neuen Wohnung

Der Kauf einer Erstbezugswohnung garantiert state-of-the-art Ausstattung und neueste Standards in Sachen Haustechnik und Design. Die Betriebs- und Heizkosten sind dadurch meist niedrig. Außerdem weist eine neue Wohnung keinerlei Gebrauchsspuren auf. Wer sich bereits vor Fertigstellung für ein Neubauprojekt entscheidet, kann sogar in der Planung noch mitreden und die Ausstattung an seine Wünsche anpassen. Beim Kauf einer neuen Wohnung hat man außerdem eine Gewährleistung von drei Jahren, die vor auftretenden Mängeln schützt. 

Nachteile einer neuen Wohnung

Preislich liegen neue Wohnungen höher als gebrauchte Immobilien derselben Größe und in derselben Gegend. Außerdem wurde die „Wohntauglichkeit“ nicht getestet und es können Probleme auftreten, die jedoch durch die Gewährleistung gedeckt werden. 

Neue oder gebrauchte Immobilie – was ist besser

Neue Immobilien haben den großen Vorteil des Erstbezugs. Sie weisen keinerlei Gebrauchsspuren auf und werden mit einer Gewährleistung von drei Jahren übernommen. Bei einem neuen Haus kann man sich als Bauherr selbst verwirklichen, auch beim Kauf von Wohnungen in der Bauphase kann man die Ausstattung mitbestimmen. Dafür sind neue Immobilien in der Regel teurer als vergleichbare, gebrauchte. Gerade Hausbauprojekte sind kostenintensiv und bergen oft das Risiko von nicht kalkulierten Zusatzkosten. Sie verlangen viel zeitlichen Einsatz ab und strapazieren die Nerven. Neubau bedeutet aber auch immer neuer technischer Standard, das spart Betriebs-, Heiz- und Energiekosten.

Gebrauchte Immobilien sind leistbarer und das Marktangebot ist groß. Sie wurden bereits auf ihre „Wohntauglichkeit“ geprüft. Die Wohnungen und Häuser wurden bereits bewohnt, was man ihnen oft ansieht und sind nicht so einfach individualisierbar wie neue Projekte. In den meisten Fällen wird eine Gewährleistung auf Mängel ausgeschlossen. 

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