Bonitätsprüfung

Eine ausreichende Bonität ist unerlässlich, wenn man einen Immobilienkredit beantragen möchte. In diesem Beitrag zeigen wir, was das ist, wie man die Bonität selbst prüfen kann sowie man sie aus eigener Kraft verbessert.

Autor: Mario Schantl
Position: Geschäftsführer

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Inhaltsverzeichnis

Bevor ein ein Kredit genehmigt wird, wird die Finanzierung und der Kreditnehmer einer Überprüfung unterzogen – die Bonitätsprüfung, bei der seine Kreditwürdigkeit ermittelt wird. Die Bonitätsprüfung ist Voraussetzung zum Erhalt eines Kredites. Einzelne Elemente der Beurteilung sind gesetzlich geregelt, andere von Bank zu Bank unterschiedlich. 

Einfach erklärt – Was bedeutet Bonität?

Bonität ist ein anderes Wort für Kreditwürdigkeit und wird als Begriff im Bankwesen verwendet, um die Möglichkeit einer Kreditvergabe zu bewerten.

Jede Bank hat dabei eigene Kriterien die von sogenannten Risk Managern überwacht werden und die sehr individuell sind. So kann es sein dass man bei verschiedenen Anbietern sehr unterschiedliche Angebote bekommt. Unsere Finanzierungsspezialisten sind gerne bei der Auswahl und dem Angebotsvergleich behilflich, da sie die regionalen Anbieter sehr gut kennen.

Woraus setzt sich die Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit zusammen?

Ähnlich wie beim Begriff Liquidität fallen mehrere verschiedene Themen unter Bonität.

Diese lassen sich unterteilen in:

Kreditfähigkeit

  • Liegen negative Einträge in KSV/Schufa/Crif vor
  • Ist ein regelmäßiges Einkommen vorhanden (Gehaltskonto, Einkommensnachweise)
  • Kann die Identität bestätigt werden (Ausweis)
  • Ist ein ständiger Wohnsitz in Österreich vorhanden

Kreditwürdigkeit

  • Ist die Rate leistbar (Haushaltsrechnung)
  • Sind Eigenmittel vorhanden und gibt es Rücklagen
  • Existieren finanzielle Verpflichtungen (Leasingrate, bereits aufgenommene Kredite, Alimente)
  • Ist das Einkommen langfristig stabil (Jobwechsel, Dienstvertrag)
  • Art des Einkommens (Selbständig oder angestellt? Fixer Vertrag oder Werkvertrag?)
  • Wohnsituation (wird der Wohnsitz oft gewechselt)
  • Familienstand (Ledig, Geschieden, Kinder)

Aus diesen Faktoren versuchen Banken einzuschätzen, ob ein Kredit überhaupt bewilligt werden kann (Kreditfähigkeit) und ob man dem Kunden bessere Konditionen vergeben kann (Kreditwürdigkeit).

INFO

Umso geringer das Risiko der Bank für die Kreditvergabe, desto günstiger können Kreditkonditionen ausfallen.

Was ist eine ausreichende oder gute Bonität?

Wie weiter oben bereits angedeutet, ist das von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es einige wiederkehrende Punkte:

Ausreichende Bonität

Hier sind die Konditionen zwar teurer, aber ein Kredit kann gerade so gewährt werden:
  • Keine negativen Einträge in KSV/Schufa/Crif
  • 10% Eigenmittel sind vorhanden (die Kauf- und Finanzierungsnebenkosten können aus Eigenmitteln gedeckt werden)
  • Haushaltsrechnung mit Rate bei 3,5% Zinsen positiv
  • stabiles Einkommen nachweisbar

Gute bis sehr gute Bonität

Hier kann man die aktuell besten Konditionen erwarten
  • 30 bis 40% Eigenmittel sind vorhanden
  • Rate macht maximal 30% des Einkommens aus
  • Haushaltsrechnung mit Rate bei 3,5% Zinsen mit viel Spielraum
Auch wenn es je nach Anbieter große Abweichungen gibt, sind diese Faktoren grobe Rahmenbedingungen, an denen man sich orientieren kann.

Was ist eine Bonitätsprüfung und was wird geprüft?

Um die Bonität einschätzen zu können, werden neben den Unterlagen des Kunden externe Unternehmen mit der Bonitätsprüfung betraut. In Österreich ist das der “KSV” (Kreditschutzverband von 1870) und CRIF, in Deutschland die “Schufa”. An diese Stellen melden Unternehmen positives und negatives Zahlungsverhalten von Kunden, die dort gesammelt werden. Zu Zwecken der Bonitätsprüfung dürfen diese Daten dann von der Bank abgefragt werden. Bei den Einträgen ist zu unterscheiden zwischen Negativ Einträgen und Neutralen Einträgen.

Negative Einträge

sollte man tunlichst vermeiden, da diese eine Kreditvergabe in den meisten Fällen unmöglich macht. Diese Einträge erhält man, wenn Rechnungen nicht bezahlt werden (weit über ein normales Mahnverfahren hinaus), Kredite öfter nicht regelmäßig bezahlt oder einen Privatkonkurs anhängig hat.

Neutrale Einträge

sind gängig, wenn man einen Kredit oder ein Leasing aufgenommen hat. Diese Schulden scheinen dann solange auf, bis der Vertrag ausbezahlt wurde. Es kann gelegentlich durch Prozessfehler vorkommen, dass solche Einträge nicht gelöscht werden. Dann sollte man Kontakt zum jeweiligen Unternehmen suchen und die Löschung beantragen.

Risikominderung

Ein weiteres Instrument des Risikomanagements im Bankensektor ist die sogenannte Risikominderung. Hier spielt die Besicherung durch eine Hypothek eine gewichtige Rolle, ebenso oft verlangen Banken den Abschluss einer Versicherung:
  • Risikolebensversicherung
  • Kreditschuldversicherung / Restschuldversicherung
Auch eine Bürgschaft kann als Kreditsicherung zur Risikominimierung beitragen.
TIPP

Fragen Sie auch ohne aktuellen Kreditwunsch Ihre gespeicherten Daten von KSV-, CRIF oder Creditreform ab und lassen Sie unrichtige Datensätze laufend bereinigen. Ein Mal im Jahr kann man eine Selbstauskunft gratis beantragen (Auskunftsrecht).

Wie kann man die Kreditwürdigkeit verbessern?

Wenn nun in der Selbstauskunft neutrale Einträge vorhanden sind, die aber bereits getilgt wurden, kann man diese löschen lassen.

Dazu nimmt man direkt Kontakt mit dem entsprechenden Unternehmen auf, dass die Eintragung veranlasst hat. Das Unternehmen wird dann die Löschung beim KSV oder CRIF beantragen.

Nicht so einfach ist allerdings eine Löschung von negativen Einträgen.

Diese verjähren zwar aufgrund von Löschfristen nach 3 Monaten oder 7 Jahren je nach Eintrag, aktiv löschen lassen sich diese aber nicht. Umso wichtiger ist, von Anfang an dafür zu sorgen, keine negativen Einträge zu bekommen.

Die anderen Faktoren zur Kreditwürdigkeit lassen sich kurzfristig nur schwer verbessern.
Eigenmittel können am ehesten noch mittelfristig angespart werden oder aus dem Familienkreis hinzukommen.

Eventuell besteht auch die Möglichkeit, einen Werkvertrag auf einen fixen Dienstvertrag zu ändern.

Welche Unterlagen werden zur Bonitätsprüfung herangezogen?

Das sind vor allem Unterlagen die das Einkommen betreffen bzw. den Kreditnehmer selbst:

  • Ausweis zur Identitätsüberprüfung
  • Meldezettel
  • Eigenmittelnachweise
  • optional Kontoauszug des Gehaltskontos
  • optional bestehende Kredit- oder Leasingverträge
  • Scheidungsurkunden
  • Alimentationszahlungen
  • Arbeits- oder Dienstvertrag
  • Gehaltsnachweis der letzten drei Monate oder Jahreslohnzettel
  • eCard 

Vorbereitung auf die Bonitätsprüfung

Private, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Kredit aufzunehmen, stellen sich vor der Bonitätsprüfung oft die Frage, ob es bei der Bonitätsprüfung Spielräume gibt, die sie beeinflussen können.

Das Rating eines Kreditnehmers kann durch folgende Maßnahmen beeinflusst werden:

  • die Abfrage der bei Auskunfteien über Sie gespeicherten Daten
  • der Antrag auf Löschung fehlerhafter oder nicht mehr aktueller Daten
  • die zeitgerechte Bezahlung offener Forderungen
  • der Haushaltsplan
  • die Kündigung ungenutzter Konten und Kreditkarten

Hintergründe: Die Entwicklung des Risikomanagements im Bankensektor

Als Reaktion auf die größte Bankenpleite der Nachkriegszeit verabschiedete der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht in den Achtzigerjahren erste verbindliche Regelungen zur Verbesserung des Risikomanagements von Banken. Ziel von Basel I war die Verringerung des Insolvenzrisikos durch Einführung einer angemessen hohen Eigenkapitalquote, die heute als internationaler Standard gilt und der Überwachung durch die Bankenaufsicht unterliegt.

Nachdem sich die Eigenkapitalquoten von Basel I als unzureichende Maßnahme zur Absicherung herausstellten, verabschiedete der Basler Ausschuss im Jahr 2004 mit Basel II ein Reformpaket, welches die Eigenkapitalquoten noch besser regulieren und einheitliche Wettbewerbsbedingungen schaffen sollte.

Das Maßnahmenpaket von Basel III entwickelte sich als Folge der turbulenten Entwicklungen des Kapitalmarktes nach Ausbruch der Finanzkrise 2007. Zahlreiche Banken, darunter auch finanzstarke Banken mit bis dato positiver Bilanzsumme und tadellosem Börsenwert wurden geschlossen, einige kamen nur mithilfe von Bankenrettungspaketen auf Kosten des Steuerzahlers wieder auf die Beine. Die neuerlichen Basel III Eigenkapitalvereinbarungen zur Bankenregulierung sollen das Bankensystem langfristig stabilisieren und zukünftig die Konsequenzen einer neuerlichen Finanzkrise abfedern. Im Jahr 2011 wurden die Eigenkapitalanforderungen für Banken und Wertpapierfirmen in EU-Recht umgesetzt.

Instrumente des Risikomanagements

Seit der durchgreifenden Eigenkapitalvorschriften unterliegt das Rating eines Kreditnehmers bei Aufnahme eines Kredites strengen Regelungen. Banken sind verpflichtet, mittels standardisierter Kriterien das Risiko des Kreditantragstellers, der Bank und des Marktes zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu kontrollieren. Durch das Risikomanagement der Banken sollen Zahlungsschwierigkeiten im Hinblick auf Kreditverpflichtungen rechtzeitig erkannt werden.

Individuelles Rating je nach Anbieter

Es gibt noch einen weiteren Spielraum, der jedoch für Kreditantragsteller nicht beeinflussbar ist: 

Dabei geht es um das Berechnungsmodell des jeweiligen Kreditinstituts. 

Banken haben sich nämlich beim Rating zwar an gewisse geregelte Vorgaben zu halten, dennoch obliegt die Risikopolitik und die Auswahl des Modells zur Bonitätsbeurteilung dem Kreditgeber. Laien haben aber in der Regel zu wenig Einblick, um sich ein Gesamtbild über die Risikopolitik der Banken machen zu können. Hier können unabhängige Experten helfen, die durch ihre langjährige Erfahrung wissen, welche bonitätsrelevanten Faktoren sich bei welcher Bank wie auswirken. 

Unsere Finanzierungspartner haben hier in der Vergangenheit riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten festgestellt.

Mit der Beauftragung eines unabhängigen Beraters sichern sich Kunden die besten Chancen auf den Kredit zu guten Konditionen. 

Die Berater von OPTIFIN sind in allen neun Bundesländern Österreichs tätig und unterstützen Sie gerne bei der professionellen Aufbereitung Ihrer Unterlagen und der Entwicklung einer passenden Argumentationsstrategie.

Wer ermittelt die Bonität?

Die finanzierende Bank anhand der eingebrachten Unterlagen und durch zusätzliche Daten von KSV oder CRIF, bei deutschen Staatsbürgern die Schufa.

Welche Bonität benötigt man für einen Kredit?

Das hängt von der Bank ab. Grob gesagt ein nachweisbares und stabiles Einkommen, eine positive Haushaltsrechnung, keine negativen KSV Einträge und 10% Eigenmittel.

Kann man die Bonität online prüfen?

Ja, einmal pro Jahr ist das bei KSV oder CRIF gratis und nennt sich Selbstauskunft. Die restlichen Parameter können selbst eingeschätzt werden.

Was bedeutet Bonität?

Bonität ist ein Ausdruck für die Kreditwürdigkeit, also wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Banken einen Kredit gewähren.

Was ist eine gute Bonität?

Eine gute Bonität erlaubt nicht nur einen Kredit, sondern ermöglicht es der Bank gute Konditionen anzubieten, da das Ausfallrisiko sehr gering ist. Neben vielen Faktoren wie stabilem und regelmäßigem Einkommen zählen 30-40% Eigenmittel dazu. Auch häufige Job oder Wohnortwechsel können die Bonität etwas schmälern.

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