Die Lebensversicherung als Absicherung für den Kredit

Im Kontext von Kreditfinanzierungen wird häufig die Notwendigkeit einer Lebensversicherung genannt. Dabei geht es konkret um eine Ablebensversicherung, auch Risikolebensversicherung genannt. Sie ist eine Kreditausfallversicherung und dient sowohl der Bank als auch den Kreditnehmern selbst als Absicherung im Todesfall. Oftmals wird dem Konsumenten für die Kreditvergabe eine solche Versicherung durch die Bank vorgeschrieben.

Autor: Mario Schantl
Position: Geschäftsführer

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Ablebensversicherung springt im Todesfall des Kreditnehmers ein und tilgt den offenen Restbetrag.
  • Bei Ehepaaren, die einen Wohnkredit aufnehmen, empfiehlt sich der Abschluss von Risikolebensversicherungen, um den jeweils anderen Partner bei Todesfall abzusichern.
  • Bei niedrigen Raten, die auch von einem der Ehepartner alleine bezahlt werden können oder Einzelpersonen, die einen Kredit aufnehmen, ist der Abschluss einer Lebensversicherung nicht nötig.
  • Die Kosten einer Ablebensversicherung hängen stark von persönlichen Faktoren ab und können nicht pauschal angegeben werden. Ein online Rechner kann aber hier sehr schnell aktuelle Angebote anzeigen.
  • Oft wird von Banken der Abschluss einer Ablebensversicherung für die Kreditvergabe vorausgesetzt.
  • Zur Absicherung eines Kredits kann die Risikolebensversicherung auch mit „fallender Versicherungssumme“ abgeschlossen werden.
  • Neben der Lebensversicherung zählen auch noch die Arbeitslosen- und die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den möglichen Kreditausfallversicherungen.

 

Welche Aufgabe hat eine Lebensversicherung

Die Ablebens- oder Risikolebensversicherung fängt die noch offenen Kreditraten auf, wenn der Kreditnehmer oder einer der Kreditnehmer bei Ehepaaren während der Laufzeit verstirbt. Dafür bezahlt man eine monatliche Prämie in die Versicherung ein, die Auszahlung wird erst bei Tod des Versicherungsnehmers fällig. Der Abschluss einer Ablebensversicherung ist auch außerhalb des Kreditkontextes möglich und muss gar nicht mit einer Finanzierung einhergehen.

Wann macht es Sinn, eine Ablebensversicherung abzuschließen?

Bei kleinen Konsumkrediten ist der Abschluss einer Ablebensversicherung nicht ratsam oder notwendig. Doch gerade bei Wohnkrediten mit hoher Finanzierungssumme sollte man sich den Abschluss einer solchen Lebensversicherung überlegen.

Empfehlenswert ist sie auf jeden Fall dann, wenn man als Ehepaar einen Immobilienkredit aufnimmt und die Rate nur durch beide Einkommen zu decken ist. Stirbt einer der beiden Kreditnehmer, so übernimmt die Versicherung die Hälfte der Kreditraten. Daher sollten beide Partner den jeweils anderen durch den Abschluss einer Ablebensversicherung schützen.

Sollte jedoch die Kreditrate einen nur sehr geringen Teil des Haushaltseinkommens ausmachen und auch von dem verbliebenen Ehepartner noch durch das Einkommen gedeckt werden können, ist eine Ablebensversicherung nicht nötig. Auch bei Einzelpersonen, die einen Kredit aufnehmen, raten unsere Finanzierungsexperten nicht explizit zum Abschluss einer Lebensversicherung.

Wie hoch sind die Kosten einer Ablebensversicherung?

Die Versicherungsprämien sind von verschiedensten Faktoren abhängig. Diese sind:

  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Berufliche Tätigkeit
  • Raucher oder Nichtraucher
  • Vorerkrankungen
  • Gefährliche Hobbys oder GewohnheitenWas abgesichert werden soll: Kredit oder Angehörige/r

Aufgrund diese sehr persönlichen Merkmale ist eine pauschale Aussage über die monatliche Belastung nicht möglich. Um die für Sie günstigste Versicherung zu finden, können Sie den online Rechner von durchblicker.at nutzen unter: https://durchblicker.at/lebensversicherung/vergleich/produkt.

Bei schweren Vorerkrankungen kann es übrigens passieren, dass der Versicherungsantrag abgelehnt wird. Je älter der Kreditnehmer, desto teurer wird die Versicherung. Raucher müssen mit einem Risikoaufschlag rechnen.

Kann die Bank den Abschluss einer Lebensversicherung vorschreiben?

Häufig verlangt die Bank als Voraussetzung für die Kreditvergabe den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Wenn eine Bank die Versicherung voraussetzt, eine andere aber nicht (mehrere Kreditangebote können Ihnen unsere Finanzierungsspezialisten vorlegen), ist es ein Rechenspiel, welche die bessere Variante ist – je nach Effektivzins. Übrigens muss die Bank, wenn sie einen Versicherungsabschluss verlangt, diese Kosten im Effektivzins berücksichtigen. Den Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzinsen können Sie in diesem Beitrag nachlesen.

Fallende Versicherungssumme

Wird eine Ablebensversicherung zur Absicherung eines Kredits abgeschlossen, macht es Sinn, sich für die Variante „fallende Versicherungssumme“ zu entscheiden. Der offene Restbetrag wird über die Laufzeit immer weniger, daher benötigt man auch die Versicherung nicht mehr auf den vollen Kreditbetrag. Damit reduziert sich über die Laufzeit hinweg auch die Prämienvorschreibung.

Eine Ausnahme stellt der Generationenkredit dar, der tilgungsfrei ist, wodurch der noch nicht zurückgezahlte Finanzierungsbetrag über die gesamte Laufzeit hinweg gleich hoch bleibt.

Achtung bei Doppelversicherung

Es lohnt sich, die eigene Versicherung im Vorfeld zu kontaktieren, wenn man bereits in eine Risikolebensversicherung einzahlt. Eine Doppelversicherung macht keinen Sinn und oft akzeptieren die Banken eine bereits laufende Versicherung – auch wenn sie nicht konkret für den Kredit abgeschlossen wurde.

Im Übrigen ist man als Konsument auch nicht gezwungen, das Versicherungsangebot der Bank anzunehmen, auch wenn diese ein solches in der Regel schon vorlegt. Die Banken kooperieren mit Versicherungen, das bedeutet aber nicht, dass man als Kreditnehmer an den Kooperationspartner gebunden ist. Holen Sie also mehrere Versicherungsangebote ein und vergleichen Sie!

Welche Kreditversicherungen gibt es noch?

Neben der Ablebensversicherung kann sich der Kreditnehmer auch gegen Zahlungsunfähigkeit durch Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit versichern. Diese sogenannten Kreditausfallsversicherungen können einzeln (wie die Ablebensversicherung) oder auch in einem Gesamtpaket abgeschlossen werden. Mehr dazu finden Sie in dem Beitrag „Kreditversicherung“.

Lebensversicherung und Kredit – das sollten Sie bedenken

Wenn Lebenspartner gemeinsam einen Kredit abschließen, ist es sinnvoll, den jeweils anderen durch eine Ablebensversicherung zu schützen. Die Ausnahme sind Kredite mit sehr geringen monatlichen Raten, die leicht durch nur eine/n der beiden gedeckt werden können.

Die Höhe der Prämie ist dabei maßgeblich von sehr persönlichen Lebensumständen abhängig. Oftmals verlangen Banken den Abschluss einer solchen Versicherung, um einen Kredit zu gewähren. Auch dann lohnt es sich, zu vergleichen.

Die Risikolebensversicherung zur Absicherung eines Kredits weist eine Besonderheit auf, nämlich die Möglichkeit eine „fallende Versicherungssumme“ zu vereinbaren, da mit laufender Rückzahlung der aushaftende Kreditbetrag reduziert wird. Dadurch sinken die monatlichen Kosten.

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