14. März 2024 • 6 Min. Lesezeit

Checkliste für den Grundstückskauf

Auch wenn ein Grundstückskauf einen eher simplen Immobilienerwerb darstellt, gibt es trotzdem einiges beachtenswertes.

Speziell die individuelle Beschaffenheit des Grundstücks und die technischen Rahmenbedingungen wie die Anbindungen an das Wasser- und Stromnetz spielen eine große Rolle.

Unsere Checkliste unterstützt dich bei der Finanzierung deines Traumgrundstückes.

Checkliste_Grundstueck-kaufen

Wir finden deine optimale Finanzierung

Lass dich unverbindlich von einem unserer Experten beraten.

jetzt unverbindlich anfragen

Auswahl und Besichtigung des Grundstücks

Die Auswahl des richtigen Grundstücks ist entscheidend für den Erfolg deines Bauvorhabens. Obwohl „das perfekte Grundstück“ eine Illusion ist, da die Eignung stark von persönlichen Präferenzen abhängt, solltest du folgende Kernkriterien beachten, um Enttäuschungen und finanzielle Risiken zu minimieren:

  • Lage: Die Lage ist ein entscheidender Faktor. Überlegen Sie, wie wichtig Ihnen die Nähe zu Städten oder bestimmten Infrastrukturen ist. Berücksichtigen Sie dabei auch potenzielle Lärmquellen wie Straßenverkehr oder Industrieanlagen.
  • Größe und Beschaffenheit: Die Größe sollte Ihrem Vorhaben entsprechen – kleinere Grundstücke für Reihenhäuser, größere für Einfamilienhäuser mit Garten. Achten Sie auch auf die Beschaffenheit: Ist das Grundstück eben? Ist ein problemloser Zugang gewährleistet?
  • Erschließung: Prüfen Sie, ob Anschlüsse für Strom, Wasser und Telekommunikation vorhanden sind.
  • Risiken: Informieren Sie sich über mögliche Hochwassergefahr oder andere natürliche Risiken.

 

Checkliste zum Download

Grundbuch und Flächenwidmungsplan prüfen

Auch einige Dokumente sollten vor Abschluss des Kaufvertrags vorbereitet werden. Dazu zählt einerseits ein Auszug aus dem Grundbuch, andererseits der Flächenwidmungsplan. Wird das Grundstück über einen Makler vermittelt, sind die Dokumente häufig schon in den Verkaufsunterlagen enthalten.

  • Grundbuch: Der Grundbuchauszug gibt wichtige Informationen darüber, ob Lasten auf dem Grundstück vorhanden sind. Das können etwa Wege- oder Wohnrechte sein. Auch Informationen über Hypotheken und viele andere Punkte, die mit dem Vorbesitzer oder den umliegenden Grundstücken zu tun haben, sind im Grundbuch vermerkt.
  • Flächenwidmungsplan: Ein Baugrundstück sollte nach den eigenen Wünschen bebaut werden dürfen. Was möglich ist, zeigt der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan, den man auf der entsprechenden Gemeinde erhält. Der Flächenwidmungsplan teilt jedem Grundstück eine bestimmte Widmung zu. Aufgrund dieser wird die erlaubte Verwendung festgelegt. Ein Grundstück kann beispielsweise als Bauland, Grünland/Freiland oder Verkehrsfläche gewidmet sein. Der Bebauungsplan geht etwas mehr ins Detail. In ihm sind etwa die zulässige Bebauungsdichte sowie Vorschriften zur Bauhöhe und der jeweiligen Bauweise festgelegt.

Kaufnebenkosten bei einem Grundstück

Grundsätzlich fallen dieselben Kaufnebenkosten an, wie bei einem Immobilienerwerb für ein Haus oder eine Eigentumswohnung. Darunter fallen:

  • Grundbucheintragung 1,1 %
  • Grunderwerbsteuer 3,6 %
  • Notarkosten 1-2 %
  • Immobilienmakler 3 %
  • Zur einfachen Berechnung dient unser Nebenkostenrechner

Wird das Grundstück fremdfinanziert, kommen  Finanzierungsnebenkosten hinzu. Diese bestehen aus:

  • Grundbucheintragung Bank 1,2 %
  • Bearbeitungsgebühr 3 %

Basis für die prozentuale Berechnung ist stets der Kaufpreis des Grundstücks.

Finanzierung

Finanzierungsoptionen

Beim Kauf eines Grundstücks stehen dir mehrere Finanzierungsoptionen zur Verfügung. Die gängigsten sind Immobilienkredite einer Bank und Bauspardarlehen. Bankkredite bieten oft flexible Rückzahlungspläne und Zinssätze, abhängig von deiner Kreditwürdigkeit und dem aktuellen Zinsniveau. Bauspardarlehen zeichnen sich durch fixe Zinssätze aus. Da es mittlerweile sowohl bei Banken als auch Bauspardarlehen fixe und variable Zinssätze gibt, lohnt es sich, beide Optionen genau zu vergleichen und die für dich günstigste Lösung zu wählen. Gerne unterstützen wir dich dabei unverbindlich und ohne zusätzliche Kosten!

Auswahl der richtigen Laufzeit und Finanzierungsformen

Intuitiv wählen viele Kreditnehmer eine möglichst kurze Finanzierungslaufzeit. Betrachtet man die Kosten ist das auch durchaus der richtige Zugang. Allerdings verliert man dabei Flexibilität. Wenn die Kreditrate einen hohen Anteil des monatlichen Budgets vereinnahmt, ist nicht viel Spielraum für unvorhergesehenes. Daher ist es wichtig, sich Gedanken über das Budget zu machen.

Bei einer längeren Laufzeit erhöhen sich zwar die Zinskosten in Summe betrachtet, durch die niedrigere Rate wird aber mehr Raum im Budget geschaffen.

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Bedeutung der Bodenbeschaffenheit und des Ökosystems des Grundstücks

Die Bodenbeschaffenheit und das Ökosystem eines Grundstücks sind entscheidend für die Nachhaltigkeit und den ökologischen Wert des Landes. Eine gründliche Untersuchung der Bodenqualität gibt Aufschluss über die Eignung für verschiedene Nutzungsarten und die möglichen Auswirkungen auf das lokale Wasserhaushaltssystem. Ein reichhaltiges, diversifiziertes Ökosystem fördert die Biodiversität und trägt zur Stabilität des lokalen Klimas bei. Es ist wichtig, vor dem Kauf eines Grundstücks eine umweltverträgliche Prüfung durchzuführen, um sicherzustellen, dass die natürlichen Lebensräume geschützt und erhalten werden.

Möglichkeiten für umweltfreundliche und nachhaltige Bebauung

Die Entscheidung für ein Grundstück sollte auch die Potenziale für nachhaltige Nutzung und Bebauung berücksichtigen. Dazu zählt die Möglichkeit, umweltfreundliche Baukonzepte zu realisieren, die minimale Eingriffe in die Natur darstellen und den Erhalt des bestehenden Ökosystems fördern. Die Orientierung des Grundstücks, natürliche Beschattung und die Nutzung lokaler, nachhaltiger Materialien können erheblich zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks beitragen.

Informationen über Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen

Bei der Auswahl eines Grundstücks ist es sinnvoll, auch die Möglichkeiten für die Integration erneuerbarer Energiequellen und energieeffizienter Technologien zu betrachten. Grundstücke, die sich für die Installation von Solarpanelen, Windkraftanlagen oder Geothermie-Systemen eignen, bieten langfristige Vorteile sowohl für den Eigentümer als auch für die Umwelt. Die Berücksichtigung dieser Aspekte bereits in der Planungsphase unterstützt eine zukunftsorientierte, nachhaltige Entwicklung.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Baurecht und Zonierung

Vor dem Kauf eines Grundstücks ist es wichtig, sich über die baurechtlichen Bestimmungen und Zonierungsvorschriften zu informieren. Diese können stark variieren und beeinflussen, was und wie auf dem Grundstück gebaut werden darf. Informationen hierzu erhältst du beim zuständigen Bauamt oder der Gemeinde.

Vertragsklauseln und rechtliche Fallstricke

Ein Kaufvertrag für ein Grundstück beinhaltet viele rechtliche Details, die sorgfältig geprüft werden sollten. Wichtige Aspekte sind unter anderem die genaue Beschreibung des Grundstücks, Regelungen bei Vertragsverletzungen und die Gewährleistung. Es ist ratsam, einen Fachanwalt hinzuzuziehen, um sicherzustellen, dass der Vertrag keine ungünstigen Klauseln oder Fallstricke enthält.

Baulasten und Wegerechte

Baulasten sind öffentlich-rechtliche Verpflichtungen, die einem Grundstückseigentümer auferlegt werden können, und Wegerechte gestatten Dritten die Nutzung deines Grundstücks. Beide können die Nutzungsmöglichkeiten deines Grundstücks erheblich einschränken. Eine gründliche Prüfung im Grundbuch und gegebenenfalls eine Beratung durch einen Rechtsexperten sind essenziell, um solche Belastungen zu erkennen und zu bewerten.

Diese ersten zwei Kapitel bieten einen grundlegenden Überblick und sollten als Ausgangspunkt für weitergehende Recherchen und Beratungen dienen. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um beim Grundstückskauf bestmöglich abgesichert zu sein.

Kaufabwicklung und Kaufvertrag

Sind alle Gegebenheiten abgeklärt und das Grundstück, entspricht den Vorstellungen, wird es ernst – es geht zur Unterzeichnung des Kaufvertrags. Dieser muss über einen Notar abgewickelt werden. Oft bieten die Kanzleien an, den Vertrag auch aufzusetzen. Der Notar ist ein neutraler Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer, steht beratend zur Seite und verhindert wirtschaftliche Risiken.

  • Um eine problemlose Abwicklung zu gewährleisten, ist ein Notar mehr als nur empfehlenswert.
  • Im Kaufvertrag müssen alle besprochenen Punkte enthalten sein. Mündliche Zusagen sollten nicht getroffen werden.
  • Achte im Kaufvertrag auch darauf, dass alle Käufer eingetragen sind und die Daten, wie Adressen, Geburtsdaten aber auch die Grundstücksnummer, korrekt angeführt sind.
  • Die treuhändische Kaufabwicklung über den Notar gewährleistet, dass alle Zahlungen richtig ankommen.
  • Nach dem Kauf werden Grunderwerbsteuer und Grundbuchseintragungsgebühren vom Notar angestoßen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Kaufvertrag für ein Grundstück?

Der Kaufvertrag muss nicht zwingend von einem Anwalt oder Notar aufgesetzt werden. Wir empfehlen dies dennoch. Die Kosten für die Erstellung des Vertrags sowie die verpflichtende notarielle Beglaubigung belaufen sich in der Regel auf 1 bis 3 % des Kaufpreises.

Was muss ich tun um ein Grundstück zu kaufen?

Um Eigentümer eines Grundstücks zu werden, muss einerseits ein schriftlicher Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer abgeschlossen werden. Dieser wird von einem Notar beglaubigt. Danach wird der Käufer in das Grundbuch eingetragen. Eventuell muss im Vorfeld des Kaufs eine Finanzierung abgeschlossen werden.

Wie funktioniert ein Grundkauf?

Möchte man ein Grundstück erwerben, so wird ein schriftlicher Kaufvertrag aufgesetzt, der von Käufer und Verkäufer unterzeichnet und notariell beglaubigt werden muss. Daraufhin wird der Käufer als Eigentümer in das Grundbuch eingetragen.

Welche Kosten bei Grundkauf?

Beim Kauf eines Grundstücks fallen neben dem eigentlichen Kaufpreis noch Kaufnebenkosten an. Diese belaufen sich auf rund 10 % des Kaufpreises. Je nachdem, ob eine Finanzierung abgeschlossen wurde, sind auch die Finanzierungsnebenkosten zu beachten.

Wer bezahlt Notar bei Grundstückskauf?

In der Regel werden die Kosten für den Notar bei einem Grundstückskauf vom Käufer getragen. Die Kosten belaufen sich je nach Angebot auf 1 bis 2 % des Kaufpreises.

Kommentar schreiben

Wir finden deine optimale Finanzierung

Lass dich unverbindlich von einem unserer Experten beraten.

Unverbindlicher Beratungstermin

Wir sind gerne für dich da

mailicon 0800 999 195 phoneicon info@optifin.at
OPTIFIN Standorte Karte

Zum Zinsnewsletter anmelden

Bleib informiert und erhalte regelmäßig News rund um das Thema Immobilienfinanzierung und den aktuellen Zinsentwicklungen.