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Die richtige Laufzeit für einen Kredit finden

Welche Kreditlaufzeit ist die Richtige? Wir wirkt sie sich auf die Kosten für den Kredit aus? Wir haben die Antworten auf diese Fragen für dich zusammengefasst.

Richtige-Laufzeit
Richtige-Laufzeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine längere Laufzeit bedeutet niedrigere, monatliche Raten. Dadurch sinkt das Risiko der Zahlungsunfähigkeit.
  • Die passende Laufzeit lässt sich mittels Kreditrechner aus Finanzierungssumme, Zinssatz und gewünschter Monatsrate errechnen.
  • Kurze Laufzeiten sind von der Zinsbelastung her am günstigsten, können aber nicht verlängert werden. Daher haben sie ein höheres Risiko.

Je kürzer die Laufzeit, desto höher die monatliche Kreditbelastung

Bei einer kürzeren Laufzeit wird der Rückzahlungsbetrag über weniger Monate aufgeteilt, wodurch eine höhere monatliche Rate zustande kommt. Auch der Zinsbetrag pro Monat wird höher, selbst wenn der Zinssatz derselbe ist. In manchen Fällen ist es so, dass die Bank bei Krediten mit langer Laufzeit bereits einen minimal höheren Zinssatz vergibt als bei kürzeren Laufzeiten.

Höhere Raten bedingen ein größeres Risiko

In sehr vielen Fällen ist eine möglichst lange Laufzeit die bessere Wahl, da hier die monatlichen Raten so gering wie möglich sind. Denn mit der monatlichen Belastung steigt für den Kreditnehmer auch das Risiko.

Was aber ist mit Risiko in diesem Zusammenhang gemeint? Es besteht vor allem in einer Änderung der Einkommensverhältnisse. Dies kann durch Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit, aber auch mit Nachwuchs zu tun haben. Fehlt ein Teil des Einkommens, kann unter Umständen die Rate für den Kredit nicht mehr bezahlt werden und im schlimmsten Fall muss die Immobilie verkauft werden.

Die Möglichkeit den Kredit dann auf eine längere  Laufzeit umzustellen, ist dann in vielen Fällen aufgrund der verschlechterten Bonität nicht mehr möglich.

Wie findet man die richtige Laufzeit für den Kredit heraus

Die einfachste Möglichkeit, die passende Laufzeit herauszufinden, ist mittels online Rechner. Sehr einfach ist die Berechnung mit unserem Wohnkreditrechner.

Wir zeigen anhand eines Beispiels, wie sich die veränderte Laufzeit auf die monatliche Belastung auswirkt.

Rechenbeispiel

Die/der Kreditnehmer/in entscheidet sich für einen fix verzinsten Kredit in der Höhe von € 200.000. Die Bank bietet ihr/ihm einen Effektivzinssatz von 1,9 % an.

Szenario 1: Laufzeit 15 Jahre
Bei einer Laufzeit von 15 Jahren ergibt sich eine monatliche Belastung von € 1.276,33.

Szenario 2: Laufzeit 20 Jahre
Bei 20 Jahren sinkt die monatliche Rate bereits auf € 1.000,78

Szenario 3: Laufzeit 25 Jahre
Bei einer Laufzeit von 25 Jahren zahlt der Kreditnehmer jeden Monat nur noch € 836,43 zurück.

Szenario 4: Laufzeit 30 Jahre
€ 727,66 macht die monatliche Belastung aus, wenn der Kredit auf 30 Jahre abgeschlossen wird.

Die Rechnung lässt sich im online Rechner auch gut anders herum aufstellen, indem man den Finanzierungsbetrag, die Effektivzinsen und die gewünschte Monatsrate eingibt, um daraus die Laufzeit errechnen zu lassen.

Vorzeitig tilgen

Der Grund, warum von Kreditnehmern gerne eine kürzere Laufzeit gewählt wird, ist der Wunsch nach baldiger Schuldenfreiheit. Diesem Bedürfnis kann man allerdings auch bei einer langen Laufzeit gerecht werden, indem man Sondertilgungen vornimmt oder den Gesamtbetrag vorzeitig zurückzahlt. Möglich ist dies immer, bei variabel verzinsten Krediten sogar gänzlich ohne Einschränkungen.

Vorzeitig tilgen bei Fixzinskrediten

Auch Fixzinskredite erlauben eine jährliche Sondertilgung von € 10.000. Darüber hinaus wird eine Vorfälligkeitsgebühr in der Höhe von maximal 1% des vorzeitig getilgten Betrages fällig.

Bei Fixzinskrediten mit langer Laufzeit verhält es sich allerdings so, dass nur ein gewisser Teil der Laufzeit, die sogenannte Fixzinsphase, auch tatsächlich mit dem vereinbarten Fixsatz verzinst wird.

Für die restliche Dauer richtet sich der Zinssatz nach dem 3-Monats-Euribor. Weiterführende Informationen dazu gibt es in dem Artikel „Kreditzinsen berechnen“.

Sobald die Fixzinsphase ausgelaufen ist, ist auch hier eine Sondertilgung gratis möglich.

Niedrige Belastung bei höherer Zahlungsfähigkeit

Die lange Laufzeit dient also als Absicherung für Kreditnehmer. Was aber, wenn die Haushaltseinnahmen gleich bleiben oder über die Laufzeit sogar steigen? Dadurch bleibt Geld in der Haushaltskasse, das bereits während der Fixzinsphase zur Seite gelegt werden sollte.

Bei noch höherer Zahlungsfähigkeit kann man auch ein Tagesgeldkonto anlegen. Die niedrige Verzinsung spielt dabei keine große Rolle, da die Sparzinsen mit den Kreditzinsen Hand in Hand gehen. Legt man sich dort einen Puffer aus den monatlichen Reserven an, aus dem man nach Ablauf der Fixzinsphase den Restbetrag oder Teile davon vorzeitig zurückbezahlen kann.

Zusätzlichen Tilgungsträger besparen

Diese Strategie wurde auch bei endfälligen Krediten wie dem Schweizer Franken Kredit angewandt und sorgte dort für Schlagzeilen.

Richtig angewandt kann sie aber für niedriges Risiko, frühe Tilgung und eine moderate Zinsbelastung sorgen.

Dabei wird die monatliche Wunschrate berechnet und als monatliches Limit festgelet. Nun wird die Laufzeit auf das mögliche Limit ausgedehnt, wodurch die Rate sinkt. Der Differenzbetrag wird monatlich angespart, z.B. mittels ETFs oder einer anderen Sparform, die möglichst hohe Erträge und wenig Risiko verspricht.

Im idealen Fall wird der Kredit dann nach bspw. 15 Jahren mit dem Ertrag der Sparform getilgt. Haben sich inzwischen doch andere Lebensumstände ergeben, kann die Sparform jederzeit pausiert werden oder sogar für Notfälle ausbezahlt werden.

So hat man als Kreditnehmer/in die Möglichkeit, von der niedrigen Fixbelastung und einer verkürzten Laufzeit zu profitieren. Das erhält Ihnen eine gewisse Flexibilität und gewährt Sicherheit.

laufzeit-infografik

Ist eine Verlängerung möglich?

So einfach es ist, die Laufzeit eines Kredits zu verkürzen, so kompliziert wird es im Nachhinein die Laufzeit zu verlängern. Manche Banken machen es mittels Sondervereinbarung möglich, dass die im Kreditvertrag festgehaltene Laufzeit geändert wird. Diese Möglichkeit ist aber mit höheren Kosten verbunden und wird auch nicht gern gesehen.

Wenn die Bank einer solchen Sondervereinbarung nicht zustimmt, bleibt nur die Möglichkeit der Umschuldung. Daher auch immer der Appell der Finanzierungsspezialist/innen, die Laufzeit lieber zu lange als zu kurz anzusetzen.

Wer bestimmt die Länge

Die Länge der Laufzeit bestimmt man freilich nicht als Kreditnehmer allein. Die Bank entscheidet nach gewissen Kriterien, wie lange die Laufzeit maximal sein darf. Dabei spielt das Alter und der Zeitpunkt des Pensionsantritts eine Rolle. Das verfügbare Einkommen wird ebenso in die Kalkulation miteinbezogen. Die Art des Kredites ist ebenso ausschlaggebend wie die Verwendung.

Beim Kauf von Immobilien zur Eigennutzung macht eine lange Laufzeit mehr Sinn als beim Kauf von Anlegerwohnungen, die ab einem gewissen Zeitpunkt steuerliche Gewinne erzielen müssen.

Kredite ohne fixe Laufzeit

Für hohe Kreditsummen wie beim Wohnkredit spielen Kredite ohne fixe Laufzeit keine Rolle. Es gibt jedoch Finanzierungen, die auf unbestimmte Zeit und ohne großen Aufwand genommen werden können.

Das sind die Kontokorrentkredite, besser bekannt als Kontoüberziehung. Solche Kredite sind jedoch wesentlich teurer. Auch wenn man sich mit den Ausleihungen innerhalb des vereinbarten Überziehungsrahmens bewegt, ist der Zinssatz hoch. Auch sind Kontokorrentkredite für hohe Finanzierungssummen nicht geeignet, da sie immer nur für gewisse Beträge gewährt werden.

Die richtige Laufzeit für den Kredit ermitteln

Je länger die Laufzeit des Kredits, desto mehr Sicherheit hat der Kreditnehmer. Wer mehr als die vereinbarte monatliche Rate zurückzahlen kann, soll lieber Sondertilgungen in Betracht ziehen als eine kurze Laufzeit, die die monatliche Fixbelastung in die Höhe treibt.

Die richtige Laufzeit kann mittels online Rechner leicht kalkuliert werden, wenn man die Höhe der Finanzierungssumme sowie die gewünschte monatliche Belastung und den Effektivzinssatz kennt. Die Laufzeit des Kredits im Nachhinein zu verlängern, ist in manchen Fällen möglich, meist bleibt aber nur die Umschuldung, um eine zu hohe Fixbelastung abzuwenden.

Neben der Kreditsumme und der monatlichen Zahlungsfähigkeit spielen auch das Alter und der Pensionsantritt des Kreditnehmers eine Rolle. Kredite ohne fixe Laufzeit sind Kontokorrentkredite, die nur in einem bestimmten Rahmen gewährt werden.

Über den Autor: Mario Schantl
ist ausgebildeter Wohnfinanzberater seit 2010, hat sich 2016 selbständig gemacht und zeitgleich die OPTIFIN gegründet. Gemeinsam mit unseren Finanzierungsspezialist/innen in ganz Österreich ist es unser Ziel, online die "OPTImale FINanzierung" für unsere Kunden anbieten zu können. Dabei arbeiten wir völlig bankenunabhängig und ohne zusätzliche Kosten.

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