14. November 2023 • 7 Min. Lesezeit

Kreditausfallversicherung

Die Kreditausfallversicherung übernimmt bei unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die monatlichen Raten. Die häufigste Form ist die Ablebensversicherung, auch Risikolebensversicherung genannt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ist von einer Kreditversicherung die Rede, ist meist eine Kreditausfallversicherung gemeint.
  • Von Banken wird bei der Kreditvergabe oft vorausgesetzt, dass der Kreditnehmer eine Kreditausfallversicherung abschließt.
  • Wenn die Bank vom Kreditnehmer verlangt, dass dieser eine Kreditausfallversicherung abschließt, muss sie deren Kosten in den Effektivzins mit einrechnen.
  • Die Höhe der Kreditausfallversicherung ist von Geschlecht, Alter, Kreditsumme, Lebensgewohnheiten, Gesundheit, Laufzeit und den Leistungen abhängig.

 

Was ist eine Kreditversicherung, was ist eine Kreditausfallversicherung?

Im privaten Bereich gibt es so etwas wie eine Kreditversicherung gar nicht. Wenn also davon die Rede ist, handelt es sich meist um eine „Kreditausfallversicherung“. Das ist eine Versicherung, die bei unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die Annuitäten – so nennt man die monatlichen Raten – abdeckt. Allerdings übernimmt die Versicherung  die Zahlungen nur in bestimmten Fällen. Wer beispielsweise einfach schlecht kalkuliert und daher die Raten der Finanzierung nicht bezahlen kann, erhält keine Versicherungsleistungen.

Arten der Ausfallversicherung

Die Kreditausfallversicherung dient der Bank als weitere Sicherheit für besondere Fälle. Es ist durchaus gängig, dass das Finanzierungsinstitut für die Kreditvergabe den Abschluss einer solchen Versicherung verlangt. Es gibt drei Arten von Kreditausfallversicherungen:

  1. eine Ablebensversicherung
  2. eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder
  3. eine Arbeitslosenversicherung

Auch Kombinationen dieser drei Versicherungstypen kommen häufig vor. Wir erklären genauer, was die jeweiligen Versicherungen bedeuten und wann es sich lohnt, welche abzuschließen.

Ablebensversicherung

Eine Ablebensversicherung garantiert, dass im Fall des Todes des Kreditnehmers die noch ausständige Kreditsumme beglichen wird. Nach Ablauf der vereinbarten Dauer erfolgt keine weitere Leistung. Ebenfalls geläufig sind die Bezeichnungen „Risikolebensversicherung“ oder „Risikoversicherung“. Wer bereits vor Abschluss eines Kredits in eine solche Versicherung einzahlt, sollte dies dem Finanzierungsinstitut auf Verlangen vorlegen, da eine Doppelversicherung nicht nötig und kostspielig ist. Diese Form der Kreditausfallversicherung wird am häufigsten verlangt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Schwere Erkrankungen oder Unfälle können dazu führen, dass man von einem Tag auf den anderen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann oder gänzlich arbeitsunfähig wird. Das kann schwerwiegende finanzielle Folgen haben. Um sich gegen eine solche Berufsunfähigkeit zu schützen, kann man ebenfalls eine Versicherung abschließen. Gerade Unternehmer und Selbstständige zahlen häufig schon in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein.

Ab wann die Versicherung einspringt hängt vom Vertrag ab und sollte im Vorfeld geprüft werden. Es ist wichtig, ob die Versicherungsleistung auf eine bestimmte Dauer beschränkt ist und ob der Vertrag Klauseln zu anderen, noch zumutbaren Arbeit enthält.

Arbeitslosenversicherung

Sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern, ist insbesondere dann eine gute Idee, wenn im kreditnehmenden Haushalt eine Person die Kreditraten alleine übernimmt. Denn bricht das Gehalt dieses Hauptverdieners weg, können die Finanzierungsraten nicht mehr bezahlt werden. Allerdings gilt auch hier, die Versicherungskonditionen genau zu studieren. Denn nur die unverschuldete Arbeitslosigkeit ist Grund für die Deckung durch die Versicherung.

Kreditausfallversicherung – was beachten?

So wie die Angebote der Finanzierung, sollten auch jene der Kreditausfallversicherung vor Vertragsabschluss auf Herz und Nieren geprüft werden. Doch woran erkennt man ein optimales Angebot überhaupt?

  • Sinkender Verlauf: Eine Ablebensversicherung ist an ihrem sinkenden Verlauf erkennbar. Das heißt die versicherte Summe sinkt über die Jahre ebenso wie die Restschuld der Finanzierung. Im Fachjargon spricht man auch von einem fallenden Verlauf.
  • Prämien vergleichen: Wie beim Abschluss von Versicherungen üblich, fällt auch bei der Kreditausfallversicherung eine Versicherungsprämie an. Hier zahlt es sich aus, Angebote diverser Versicherungsinstitute zu vergleichen. Je nach Angebot kann die Prämie unterschiedlich hoch ausfallen. Auch die Prämienzahlungsdauer unterscheidet sich von Versicherung zu Versicherung. Manche Versicherungen werben etwa mit abgekürzter Prämienzahlungsdauer.
  • Versicherungshöhe gleich Finanzierungshöhe: Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Kreditausfallversicherung betrifft die Höhe der versicherten Summe. Diese sollte sich im Idealfall mit dem offenen Finanzierungsbetrag decken. Nimmst du also eine Finanzierung über € 400.000 auf, sollte auch deine Kreditausfallversicherung im Ernstfall diese Summe abdecken. Idealerweise sind auch die Laufzeit deiner Finanzierung und jene der Versicherung gleich lang.

Konditionen für die Versicherungsleistungen

Wie bei den einzelnen Komponenten der Kreditausfallversicherung schon erwähnt, gibt es bestimmte Voraussetzungen für die Versicherung, überhaupt einzuspringen. Lediglich bei der Ablebensversicherung gibt es wenig Spielraum. Bei den beiden anderen Versicherungsmodellen setzt die Versicherung auf jeden Fall voraus, dass der Kreditnehmer unverschuldet in die Situation gekommen ist.

Wichtig ist es, den Vertrag schon vorab genau auf mögliche zeitliche Einschränkungen zu prüfen. Einige Versicherungen springen beispielsweise erst nach einer sechsmonatigen Karenzzeit für den Arbeitslosen ein. Das bedeutet vom Abschlussdatum der Versicherung bis zum Schadenseintritt müssen mindestens sechs Monate vergangen sein. Andere wiederum beschränken ihre Leistung auf maximal zwölf Monate. Zudem muss der Jobverlust für eine Auszahlung der Versicherung oftmals unvorhersehbar gewesen sein.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wiederum ist genau zu kontrollieren, was als eine solche Berufsunfähigkeit eingestuft wird. Reicht es, dass der Kreditnehmer seinen eigenen Beruf nicht mehr ausüben kann oder wird eine generelle Arbeitsunfähigkeit vorausgesetzt. Hier gibt es einerseits die Möglichkeit einer kurzfristige Überbrückungen im Krankheitsfall. Vor allem Freiberufler und Selbstständige nutzen diese häufig, da sie sehr oft keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Eine weitere Möglichkeit ist die dauerhafte Deckung.

Für Angestellte und Arbeiter wiederum gilt: Bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit sehen die Kreditausfallversicherungen einen Anspruch erst gegeben, wenn keine Zahlungen durch den Betrieb oder die Krankenkassen mehr beansprucht werden können. Das ist meist erst nach sechs Wochen der Fall. Auch selbstständige Kreditnehmer sollten sich genau über die zeitlichen Komponenten informieren.

Diese Kosten fallen an

Ganz pauschal kann festgehalten werden: Je mehr Individualitäten abgedeckt werden und je höher der Versicherungsschutz, desto teurer die Prämie. Generell sind die Versicherungskosten von folgenden Komponenten abhängig:

  • Alter und Geschlecht des Kreditnehmers
  • Gewählte Versicherungskomponenten
  • Höhe der Kreditsumme
  • Laufzeit
  • Lebensgewohnheiten (Rauchen, Extremsportarten)
  • Vorerkrankungen des Kreditnehmers
  • Konditionen

Durch diese Variablen ist es nicht möglich anzugeben, wie hoch eine solche Versicherung sein darf. In der Regel spricht man von maximal 10 % der Kreditsumme.

Abschluss bei der Bank?

Häufig kommt es vor, dass Banken direkt mit der Finanzierung eine Kreditausfallversicherung anbieten. Wir raten dazu, vor der Unterschrift zwei grundsätzliche Fragen zu klären:

  1. Verlangt die Bank, dass der Kreditnehmer eine solche Versicherung abschließt oder bietet sie diese nur an? Beides kommt vor.
  2. Ist dies das beste Angebot?

Auch wenn das Finanzierungsinstitut einen Kreditausfallschutz für die Vergabe der Finanzierung verlangt, heißt das nicht, dass man das Versicherungsangebot der Bank annehmen muss. Man darf und soll dennoch Vergleichsangebote einholen. Banken arbeiten häufig schon mit Versicherungen zusammen, diese müssen jedoch nicht zwangsläufig das beste Angebot parat haben. Man ist nicht gezwungen, den von der Bank vorgeschlagenen Versicherungsanbieter zu wählen. Wie beim Kredit sollte man sich daher auch bei der Versicherung mehrere Angebote einholen.

Effektivzins und Kreditausfallversicherung

Der Effektivzins gibt Auskunft über alle mit dem Kredit in Verbindung stehenden Nebenkosten. Anders als der Sollzins, der ausschließlich die aktuellen Kreditzinsen widerspiegelt. Wenn die Kreditversicherung Vertragsbestandteil ist, so muss die Bank auch diese Kosten in den Effektivzins inkludieren. Sollte es sich jedoch um eine freiwillige Versicherung handeln, finden sich die Prämien nicht im Effektivzinssatz wieder. Mehr zum Thema Effektivzins erfährst du in diesem Beitrag.

Kurz zusammengefasst: Tipps zur Wahl einer Kreditausfallversicherung

  • Ob eine Kreditausfallversicherung benötigt wird oder nicht, ist primär davon abhängig, ob die Bank dies fordert oder nicht.
  • Sollte der Abschluss einer solchen verlangt werden, muss die Bank die Kosten in den Effektivzinssatz einrechnen.
  • Wenn man sich unabhängig von der Bank absichern will, kann man entweder nur eine der drei Versicherungen – Ablebens-, Berufsunfähigkeit- und Arbeitslosenversicherung – oder eine Kombination daraus wählen. Es macht aber keinen Sinn, sich doppelt zu versichern.
  • Die Kosten der Kreditausfallversicherung sollten nicht mehr als 10 % der Kreditsumme ausmachen.
  • Abhängig sind die Versicherungsprämien von Alter und Geschlecht, Kreditsumme und Laufzeit, sowie den Kreditkonditionen.
  • Während eine Ablebensversicherung nicht viel Interpretationsspielraum zulässt, sind die Konditionen bei Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.
  • Die Angebote müssen genau studiert werden, um eine für die eigenen Lebensumstände passende Versicherung zu finden.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert eine Kreditausfallversicherung?

Eine Kreditausfallversicherung greift dann, wenn es zu unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers kommt. Das heißt, die Versicherung übernimmt in gewissen Fällen die monatlichen Raten der Finanzierung.

Wie teuer ist eine Kreditausfallversicherung?

Das kann nicht pauschal gesagt werden. Die Kosten hängen vom Angebot, der Höhe der Kreditsumme und dem Kreditnehmer ab. Richtwert sind aber maximal 10 % der Finanzierungssumme.

Ist eine Kreditabsicherung sinnvoll?

Eine Kreditausfallversicherung ist einerseits dann sinnvoll, wenn sie von der Bank als Voraussetzung für die Finanzierung vorgeschrieben wird. Andererseits kann man mit der Versicherung unvorhergesehener Zahlungsunfähigkeit vorbeugen.

Warum Kreditausfallversicherung?

Eine Kreditausfallversicherung kann die Folgen einiger unvorhersehbarer Zahlungsunfähigkeiten abfangen. Sie kann etwa für den Todesfall, unverschuldete Arbeitslosigkeit sowie vorübergehende oder ständige Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden.

Was passiert mit dem Kredit wenn man stirbt?

Verstirbt ein Kreditnehmer geht die Kreditschuld in der Regel auf die gesetzlichen Erben über. Bei zwei oder mehreren Kreditnehmern haben diese die Restschuld zu tragen. Eine Ablebensversicherung (auch: Risikolebensversicherung) übernimmt die ausständige Kreditsumme des Verstorbenen.

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