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Kreditausfallversicherung

Die Kreditausfallversicherung übernimmt bei unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die monatlichen Raten. Die häufigste Form ist die Ablebensversicherung, auch Risikolebensversicherung genannt.

Kreditausfallversicherung
Kreditausfallversicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Ist von einer Kreditversicherung die Rede, ist meist eine Kreditausfallversicherung gemeint.
  • Je nach Versicherungsgrad übernimmt die Kreditausfallversicherung bei bestimmten Bedingungen die Annuitäten des Kreditnehmers.
  • Es gibt drei Arten von Kreditausfallversicherungen, die oft auch kombiniert angeboten werden.
  • Von Banken wird bei der Kreditvergabe oft vorausgesetzt, dass der Kreditnehmer eine Kreditausfallversicherung abschließt.
  • Bei allen Komponenten der Kreditausfallversicherung sind im Vorfeld die Konditionen genau zu prüfen.
  • Wenn die Bank vom Kreditnehmer verlangt, dass dieser eine Kreditausfallversicherung abschließt, muss sie deren Kosten in den Effektivzins miteinrechnen.
  • Die Höhe der Kreditausfallversicherung ist von Geschlecht, Alter, Kreditsumme, Laufzeit und den Leistungen abhängig.

Was ist eine Kreditversicherung, was ist eine Kreditausfallversicherung?

Im privaten Bereich gibt es so etwas wie eine Kreditversicherung gar nicht. Wenn also davon die Rede ist, kann man davon ausgehen, dass eine „Kreditausfallversicherung“ gemeint ist. Das ist eine Versicherung, die bei unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die Annuitäten – so nennt man die monatlichen Raten – übernimmt. Allerdings übernimmt diese Versicherung nur in bestimmten Fällen die Zahlungen, wer z.B. einfach schlecht haushält und daher die Kreditraten nicht bezahlen kann, erfährt keine Versicherungsleistungen.

Arten der Ausfallversicherung

Die Kreditausfallversicherung dient der Bank als weitere Sicherheit für besondere Fälle. Es ist durchaus gängig, dass das Kreditinstitut für die Kreditvergabe den Abschluss einer solchen Versicherung verlangt. Es gibt drei Arten von Kreditausfallversicherungen:

  1. eine Ablebensversicherung
  2. eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder
  3. eine Arbeitslosenversicherung

Auch Kombinationen dieser drei Versicherungstypen kommen häufig vor. Wir erklären genauer, was die Einzelversicherungen bedeuten und wann es sich lohnt, diese abzuschließen.

Ablebensversicherung

Eine Ablebensversicherung garantiert, dass im Fall des Todes des Kreditnehmers die noch ausständige Kreditsumme beglichen wird. Nach Ablauf der vereinbarten Dauer erfolgt keine weitere Leistung. Ebenfalls geläufig sind die Bezeichnungen „Risikolebensversicherung“ oder „Risikoversicherung“. Wer bereits vor Abschluss eines Kredits in eine solche Versicherung einzahlt, sollte dies dem Kreditinstitut auf Verlangen vorlegen, da eine Doppelversicherung nicht nötig und kostspielig ist. Diese Form der Kreditausfallversicherung wird am häufigsten verlangt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Um sich gegen eine plötzliche Berufsunfähigkeit zu schützen, gibt es ebenfalls eine Versicherung. Gerade Unternehmer und Selbstständige haben häufig schon eine solche Berufsunfähigkeitsversicherung. Krankheit oder andere körperliche Gebrechen können dazu führen, dass eine Person ihren Beruf nicht mehr ausüben kann oder gänzlich arbeitsunfähig wird – auf einen bestimmten Zeitraum oder auch dauerhaft. Ab wann die Versicherung einspringt hängt vom Vertrag ab und sollte im Vorfeld gut geprüft werden. Es ist wichtig, ob die Versicherungsleistung auf eine bestimmte Dauer beschränkt ist und ob der Vertrag Klauseln beinhaltet, welche andere Arbeit noch zumutbar wäre!

Arbeitslosenversicherung

Sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern, ist auf jeden Fall eine gute Idee, wenn im kreditnehmenden Haushalt ein Hauptverdiener die Kreditraten alleine übernimmt. Denn bricht dieses Gehalt weg, können die Kreditraten nicht mehr bezahlt werden. Allerdings gilt es auch hier, die Versicherungskonditionen genau zu studieren, denn nur die unverschuldete Arbeitslosigkeit ist Grund für die Deckung durch die Versicherung und dies auch nur für den Zeitraum der Erwerbslosigkeit. Weitere, möglichen Einschränkungen werden noch gesondert behandelt.

Konditionen für die Versicherungsleistungen

Wie bei den einzelnen Komponenten der Kreditausfallversicherung schon erwähnt, gibt es bestimmte Voraussetzungen für die Versicherung, überhaupt einzuspringen. Lediglich bei der Ablebensversicherung gibt es wenig Spielraum. Bei den beiden anderen Versicherungsmodellen setzt die Versicherung auf jeden Fall voraus, dass der Kreditnehmer unverschuldet in die Situation gekommen ist.

Wichtig ist es, den Vertrag schon vorab genau auf mögliche zeitliche Einschränkungen zu betrachten. Einige Versicherungen zum Beispiel springen erst nach einer 6-monatigen Karenzzeit für den Arbeitslosen ein. Andere wiederum beschränken ihre Leistung auf maximal 12 Monate. Auch sehen Klauseln oftmals vor, dass der Jobverlust unvorhersehbar war.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung wiederum ist genau zu kontrollieren, was als eine solche Berufsunfähigkeit eingestuft wird. Reicht es, dass der Kreditnehmer seinen eigenen Beruf nicht mehr ausüben kann oder wird eine generelle Arbeitsunfähigkeit vorausgesetzt. Hier gibt es einerseits die Möglichkeit einer kurzfristige Überbrückungen im Krankheitsfall. Vor allem Freiberufler und Selbstständige nutzen diese häufig, da sie sehr oft keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Die anderere Möglichkeit ist die dauerhafte Deckung.

Für Angestellte und Arbeiter wiederum gilt: Bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit sehen die Kreditausfallversicherungen einen Anspruch erst gegeben, wenn keine Zahlungen durch den Betrieb oder die Krankenkassen mehr beansprucht werden können. Das ist meist erst nach 6 Wochen der Fall. Auch selbstständige Kreditnehmer sollten sich genau über die zeitlichen Komponenten informieren.

Diese Kosten fallen an

Ganz pauschal kann festgehalten werden: Je mehr Individualitäten abgedeckt werden und je höher der Versicherungsschutz, desto teurer die Prämien. Die Versicherungskosten sind von einigen Komponenten abhängig:

  • Alter und Geschlecht des Kreditnehmers
  • Gewählte Versicherungskomponenten
  • Höhe der Kreditsumme
  • Laufzeit
  • Vorerkrankungen des Kreditnehmers
  • Konditionen

Durch diese Variablen ist es nicht möglich anzugeben, wie hoch eine solche Versicherung sein darf. In der Regel spricht man von maximal 10% der Kreditsumme.

Abschluss bei der Bank?

Häufig kommt es vor, dass Banken direkt mit dem Kredit eine Kreditausfallversicherung anbieten. Wir raten dazu, vor der Unterschrift zwei grundsätzliche Fragen zu klären:

  1. Verlangt die Bank, dass der Kreditnehmer eine solche Versicherung abschließt oder bietet sie diese nur an? Beides kommt vor.
  2. Ist dies das beste Angebot?

Auch wenn die Bank einen Kreditausfallschutz für die Vergabe der Finanzierung verlangt, heißt das nicht, dass man das Versicherungsangebot der Bank annehmen muss. Man darf und soll dennoch Vergleichsangebote einholen. Banken arbeiten häufig schon mit Versicherungen zusammen, diese müssen jedoch nicht zwangsläufig das beste Angebot parat haben. Man ist nicht gezwungen, den von der Bank vorgeschlagenen Versicherungsanbieter zu nehmen. Wie beim Kredit sollte man sich daher auch bei der Versicherung mehrere Angebote einholen.

Effektivzins und Kreditausfallversicherung

Der Effektivzins gibt Auskunft über alle mit dem Kredit in Verbindung stehenden Nebenkosten. Anders als der Sollzins, der ausschließlich die aktuellen Kreditzinsen widerspiegelt. Wenn die Kreditversicherung Vertragsbestandteil ist, so muss die Bank auch diese Kosten in den Effektivzins inkludieren. Sollte es sich jedoch um eine freiwillige Versicherung handeln, finden sich die Prämien nicht im Effektivzinssatz wieder. Mehr zum Thema Effektivzins in diesem Beitrag.

Kurz zusammengefasst: Tipps zur Wahl einer Kreditausfallversicherung

  • Ob eine Kreditausfallversicherung benötigt wird oder nicht, ist primär davon abhängig, ob die Bank dies fordert oder nicht.
  • Sollte der Abschluss einer solchen verlangt werden, muss die Bank die Kosten in den Effektivzinssatz einrechnen.
  • Wenn man sich unabhängig von der Bank absichern will, kann man entweder nur eine der drei Versicherungen – Ablebens-, Berufsunfähigkeit- und Arbeitslosenversicherung – oder eine Kombination daraus wählen. Es macht aber keinen Sinn, sich doppelt zu versichern.
  • Die Kosten der Kreditausfallversicherung sollten nicht mehr als 10 % der Kreditsumme ausmachen.
  • Abhängig sind die Versicherungsprämien von Alter und Geschlecht, Kreditsumme und Laufzeit, sowie den Kreditkonditionen.
  • Während eine Ablebensversicherung nicht viel Interpretationsspielraum zulässt, sind die Konditionen bei Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich.
  • Die Angebote müssen genau studiert werden, um eine für die eigenen Lebensumstände passende Versicherung zu finden.
Über den Autor: Mario Schantl
ist ausgebildeter Wohnfinanzberater seit 2010, hat sich 2016 selbständig gemacht und zeitgleich die OPTIFIN gegründet. Gemeinsam mit unseren Finanzierungsspezialist/innen in ganz Österreich ist es unser Ziel, online die "OPTImale FINanzierung" für unsere Kunden anbieten zu können. Dabei arbeiten wir völlig bankenunabhängig und ohne zusätzliche Kosten.

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