Hausbau Kosten – was es kostet, ein Haus zu bauen

Der Weg zum Eigenheim ist kein günstiger. Wer sich den Traum vom eigenen Haus verwirklichen möchte, sollte sich im Vorfeld ausführlich mit den Kosten des Hausbaus auseinandersetzen.

Pauschalangaben, was Sie für Ihr Haus werden zahlen müssen, sind nicht möglich, da die Preise für die unterschiedlichen Komponenten stark abweichen können – je nach Ausführungsart. Festhalten kann man aber, dass Fertig(teil)häuser günstiger sind als Massivbauten. Wir erklären Ihnen hier ausführlich, welche Kosten auf Sie zukommen und was Sie alles in Ihrer Planung und Kalkulation bedenken müssen.

Autor: Mario Schantl
Position: Geschäftsführer

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Inhaltsverzeichnis

Grundstückskosten

Der erste große Brocken beim Hausbau sind sicherlich die Anschaffungskosten für das Grundstück. Diese fallen aber natürlich weg, sollten Sie bereits einen Bauplatz haben. Die Grundstückspreise in Österreich variieren je nach Region irrsinnig stark. In Wien zum Beispiel kommt ein Quadratmeter auf 800 Euro, während man in gewissen Teilen der Steiermark nur 100 Euro für den Quadratmeter bezahlen muss. Natürlich sind Ballungszentren teurer als Grundstücke am Land. Wir haben uns im Artikel „Grundstück finanzieren“ mit dieser Thematik beschäftigt.

Kaufnebenkosten für das Grundstück

Bei jedem Immobilienerwerb sind die Kaufnebenkosten eine nicht zu vernachlässigende Kostengröße! So auch beim Grundstück. Rechnen Sie mit 10,1% vom Kaufpreis.

Die Kaufnebenkosten setzen sich zusammen aus:

  • Grunderwerbsteuer
  • Grundbucheintragung
  • Notar- und Anwaltkosten
  • Maklerhonorar
  • und Vertragsvergebührung

Wenn Sie das Grundstück zu Teilen fremdfinanzieren, bedenken Sie, dass Ihre Eigenmittel 20% vom Kaufpreis plus Nebenkosten ausmachen sollten, da hier noch die Finanzierungsnebenkosten anfallen.

Rohbau

Der Rohbau löst (abgesehen vom Grundstückskauf) den größten Kostenanteil aus und inkludiert alle Bauarbeiten von den ersten Erdarbeiten bis zum Dachstuhl. Sie sollten mit einer Kostenlast von € 600 bis € 800 pro Quadratmeter Bruttogeschoßfläche rechnen. Bruttogeschoßfläche? Das sind alle Geschoße zusammengenommen im Außenmaß. So setzen sich die 600 bis 800 Euro pro Quadratmeter zusammen:

Hausbaukosten für Rohbau

Der Hausbau beginnt mit der Einrichtung der Baustelle und deren Sicherung. Der nächste Schritt sind dann schon die Erdarbeiten. Je nach Grundstücksbeschaffenheit und Bauvorhaben muss noch entwässert werden, um den Tiefbau beginnen zu können.

Auch die Kosten für das Fundament können sehr stark variieren und hängen ganz stark vom Boden am Grundstück ab. Die Maurerarbeiten nehmen zirka 20% der Rohbaukosten ein. Dann stehen mal die Mauern.

Je nach Zwischendeckenart kommen wieder unterschiedliche Kosten auf Sie zu. Holz, Stahl oder Beton haben unterschiedliche Preise und auch bei der Betondecke gibt es mehrere Ausführungsarten.

Danach müssen Sie noch die Dachlattung einkalkulieren, die ebenfalls einen ganz erheblichen Anteil an den Rohbaukosten ausmacht.

Auch hier ist zu sagen, dass die Ausgaben dafür stark variieren je nach Dach-Art. Nicht zuletzt aus diesem Grund erfreuen sich Flachdächer großer Beliebtheit. Vergessen Sie auch nicht auf die Stiegen, die können ebenfalls mit bis zu 800 Euro am Quadratmeter zu Buche schlagen. Zu guter Letzt gehört noch die Bauabdichtungen einberechnet. Bedenken Sie auch die Handwerkskosten und das Handwerksmaterial sowie die Einrüstung.

Dacheindeckung

Wenn der Rohbau steht, muss noch das Dach drauf. Je nach Eindeckungsart gibt es auch hier wieder sehr große Kostenunterschiede. € 140 bis € 190 pro Quadratmeter sind grobe Parameter für die Kosten, die Sie hierbei erwarten. Der Preis hängt hauptsächlich vom Material ab und wächst mit der Größe des Hauses. Ein normalgroßes Einfamilienhaus hat schnell 100 Quadratmeter und mehr an Dachfläche, die eingedeckt werden muss.

Innenausbau

Gerade beim Innenausbau ist die Kostenstruktur stark von den Vorlieben des Häuslbauers abhängig. Denn hier gibt es enorme Qualitäts- und Preisunterschiede. Was aber zählt alles zum Innenausbau?

Die gesamte Hauselektrik und die Wasserinstallationen sind zum Beispiel große und wichtige Arbeitsschritte im Innenausbau und nehmen einen dementsprechend hohen Anteil an den Gesamtkosten ein.

Die Kosten der Haustechnik sind wieder schwierig zu nennen, da die unterschiedlichen Systeme stark variieren; und für welche man sich entscheidet, ist nicht unbedingt ausschließlich eine Geld- sondern auch eine Umweltschutzfrage.

Öl ist für Neubauten ohnehin nicht mehr zulässig. Aber ob es nun die Pelletheizung, Gas oder doch Erdwärme sein soll, können nur Sie entscheiden.

Um einen Boden verlegen zu können, braucht das Haus überall einen ebenen, gleichmäßigen und gerade Estrich. Auch der Boden selbst kann ordentlich zu Buche schlagen.

Wer viel Wert auf Design und Qualität legt, findet sehr exklusive Anbieter. Dasselbe gilt im Übrigen auch für Fenster und Türen. Die Preisunterschiede sind enorm.

Die hohen Kosten für Fenster sind übrigens ein Faktor, den Sie schon möglichst früh im Auge behalten sollten, nämlich bei der Hausplanung. Viele Fenster lassen die Kosten für den Hausbau in die Höhe schnellen. Wer es trotzdem gern hell und sonnig mag, sollte sich überlegen, weniger, dafür große Fensterflächen zu machen. Für die Fenster ist dann auch ein Lichtschutz notwendig, der ebenfalls kalkuliert gehört.

Vergessen Sie auch nicht auf die Arbeitszeiten von Tischler und Maler (wenn nötig).

Welche Faktoren bestimmen die Kosten beim Hausbau?

Prinzipiell gibt es bei jedem einzelnen bereits genannten Kostenpunkt unterschiedliche Qualitätsstufen und damit verbundene Preisunterschiede. Beginnen wir aber ganz vorne, um Sparpotentiale oder Kostenfallen aufzuzeigen:

  1. Größe und Lage des Grundstücks:
    Wie eingangs erwähnt, sind Baugründe in der Stadt und im Speckgürtel wesentlich teurer als auf dem Land.
  2. Fertig(teil)haus oder Massivbauweise:
    Der Markt der Fertighäuser floriert nicht zuletzt deswegen, weil die Errichtung günstiger ist. Natürlich lässt ein solches Projekt nicht die gleichen Freiheiten in der Planung zu wie die Massivbauweise. Außerdem sind die Kosten gut abschätzbar, da der Fertighausanbieter in der Regel Pauschalbeträge verlangt und es in der Standardausführung kaum Abweichungen gibt. Man braucht auch keinen Architekten. Wer aber sein Haus selbst aufplanen und genau nach seinen Vorstellungen gebaut haben will, der ist beim Massivhaus richtig aufgehoben.
  3. Grundriss:
    Der Grundriss spielt eine enorme Rolle in der Kostenregulierung. Je weniger verwinkelt und geradliniger Sie bauen, desto günstiger wird es. Logischerweise spielt auch die Größe eine Rolle. Jeder Quadratmeter kostet sowohl Material als auch Arbeitszeit.
  4. Etagen:
    Je mehr Etagen, desto teurer.
  5. Keller:
    Wer keinen Keller benötigt, kann ein ebenerdiges Fundament gießen lassen, was wesentlich günstiger ist als die aufwendigen Kellerbauarbeiten.
  6. Qualität der Baumaterialien im Rohbau wie im Innenausbau:
    Nicht immer ist teurer gleich besser, und vergleichen zahlt sich aus. Klar ist aber auch, dass man ein Haus nicht nur für die nächsten drei Jahre baut und somit an der Bausubstanz nicht gespart werden soll.
  7. Fensterflächen:
    Wir haben oben schon erwähnt, dass viele Fenster die Kosten für den Hausbau nach oben treiben.
  8. Garten:
    Die Gartengestaltung schlägt ganz ordentlich zu Buche, wenn man sie nicht selbst macht, sondern fremdvergibt.

Baunebenkosten

Ihr Hausbau löst zusätzlich zu den bereits beschriebenen Posten auch noch einige Nebenkosten aus. Wir stellen Ihnen hier eine Liste zur Verfügung, wobei nicht jeder Aufwand für jeden Neubau notwendig wird:

  • Baubewilligung
  • Grundstückserschließung
  • Baustraße für die Zu- und Abfahrt
  • Grundstücksvermessung
  • Architekt
  • Statiker
  • Bodengutachten
  • Bauversicherung

Hier könnten je nach Grundstück und Bauvorhaben auch noch ganz andere Positionen auftauchen.

Förderungen

Sie haben bestimmt schon den Begriff der „Wohnbauförderung“ gehört. Oft wird fälschlicherweise davon ausgegangen, dass diese Förderungen nur für Bauträger gelten. Doch gerade für Privatpersonen gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten, die Sie auf jeden Fall – sofern Sie dafür qualifiziert sind – geltend machen sollten. Eine umfangreiche Aufstellung finden Sie im Behördenportal unter https://www.oesterreich.gv.at/themen/bauen_wohnen_und_umwelt/wohnen/2.html. Für alle Förderungen gilt aber, dass Sie österreichischer Staats- oder EU-Bürger sein und zum Stichtag Ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Bundesland haben müssen.

Abgesehen von den Wohnbauförderungen der Bundesländer gibt es auch in Gemeinden unterschiedliche Unterstützungen zum Beispiel für den Einsatz erneuerbarer Energien. Bei Ihren Ansuchen sollten Sie Acht geben, dass die unterschiedlichen Förderungen einander nicht ausschließen. Übrigens ist in vielen Bundesländern eine gesicherte Finanzierung die Voraussetzung für eine Förderung. Dies führt uns zum letzten Punkt.

Finanzierung

Die Finanzierung sollte auf jeden Fall geklärt sein, bevor Sie einen Kaufvertrag für das Grundstück und/oder die Vereinbarung mit der Baufirma unterschreiben.

Lassen Sie sich unbedingt eine Finanzierungszusage von der Bank geben, ehe sie rechtlich bindende Schritte gehen! Achten Sie darauf, dass Ihre Eigenmittelquote passt und wählen Sie eine möglichst lange Laufzeit. Tilgen Sie lieber vorzeitig, als zu hohe monatliche Belastungen aufgrund der kürzeren Laufzeit zu riskieren.

Unsere Finanzierungsspezialisten helfen Ihnen gerne, die besten Konditionen zu bekommen. Ein Haus zu bauen, ist eine große Sache. Die meisten Menschen tun dies nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Damit Sie sich den Traum vom eigenen Haus möglichst sorgenfrei verwirklichen können, haben wir von optifin noch einige Ratgeber für Sie zusammengestellt, die Sie in diesem Zusammenhang lesen sollten!

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