9. Juli 2026 • 7 Min. Lesezeit

Eigenmittelquote

Das Eigenkapital beschreibt das selbst eingebrachte Geld bei einer Immobilienfinanzierung. Die Eigenmittelquote wiederum, ist das Verhältnis zwischen dem Fremdkapital (also dem Kredit) und dem Eigenkapital, die Summe ergibt dann die Gesamtkosten des Immobilienkaufs. Diese Quote sollte in den meisten Fällen bei mindestens 20% der Gesamtkosten liegen.

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Eigenmittel oder Eigenkapital

Beide Begriffe hört man öfter für den Anteil des selbst eingebrachten Geldes beim Kauf einer Immobilie. Sie werden wie Synonyme verwendet.

Wer es jedoch ganz präzise ausdrücken will, bleibt im Bereich des privaten Immobilienkaufs bei den Ausdrücken „Eigenmittel“ und „Eigenmittelquote“.

Das Eigenkapital beschreibt eher das selbst eingebrachte Geld bei einer Unternehmensgründung.

Wie berechnet man die Eigenmittelquote?

Wichtig ist zu wissen, dass die Basis zur Berechnung der Eigenmittelquote nicht allein der Kaufpreis der Immobilie ist.

Auch die Kaufnebenkosten und Finanzierungsnebenkosten zählen zum Gesamtbetrag, aus dem sich die Eigenmittelquote errechnet.

Diese sind wiederum davon abhängig, ob mit oder ohne Makler gekauft wird und welche Beglaubigungskosten anfallen.

Jedenfalls zählen zu den Kaufnebenkosten:

  • die Makler- und Kaufvertragsgebühren,
  • die Grundbucheintragung
  • sowie die Grunderwerbssteuer.

In der Regel betragen die Kaufnebenkosten noch einmal 10,1% vom Kaufpreis.

Wer es mit der Eigenmittelquote ganz genau nimmt, zieht nicht den Kaufpreis, sondern den Verkehrswert der Immobilie heran. Dieser ist der Wert der Immobilie, den die Bank abzüglich einiger Sicherheitsabschläge errechnet bzw. den diese durch einen Gutachter ermitteln lässt.

Um eine überschlagsmäßige Aussage über die Eigenmittelquote treffen zu können, reicht der Kaufpreis.

Die Berechnung der Eigenmittelquote:

Eigenmittelquote = Eigenmittel/(Verkehrswert der Immobilie + Kaufnebenkosten)

Verkehrswert der Wohnung: 300.000
Kaufnebenkosten: 30.300
Gesamtwert: 330.300
Eigenmittel: 40.000
Eigenmittel/Gesamtwert = 40.000/330.300

Die Eigenmittelquote in unserem Rechenbeispiel beträgt zirka 0,12. Das entspricht 12 %.

Wie hoch soll die Eigenmittelquote sein?

Ein guter Richtwert für Pauschalauskünfte zur Eigenmittelquote lautet 20%.

Das bedeutet, 20% vom Kaufpreis plus Nebenkosten sollten aus dem Eigenkapital des Käufers stammen.

Gerade beim Kauf von Vorsorgewohnungen setzen Investoren aber häufig auf eine geringe Eigenkapitalquote.

Ganz ohne Eigenmittel zu finanzieren, ist jedoch weder ratsam, noch bei Banken gern gesehen. Bei extrem guter Bonität jedoch nicht unmöglich.

Die meisten Kreditgeber fordern, dass zumindest die Kaufnebenkosten durch Eigenmittel gedeckt sind.

Eigenmittel in Form von Eigenleistung

Eigenmittel müssen nicht zwingend aus Bargeld bestehen. Auch die persönliche Arbeit am Bau oder bei Renovierungsarbeiten zählt dazu. Wenn Kreditnehmer selbst Hand anlegen – sei es durch Malerarbeiten, Fliesenlegen oder andere handwerkliche Tätigkeiten – kann diese Eigenleistung als Teil der Eigenmittel angerechnet werden. Gleiches gilt, wenn das Grundstück, auf dem gebaut wird, bereits im eigenen Besitz ist, zum Beispiel durch Erbe oder Schenkung.

Arten von Eigenleistungen

Zu den Eigenleistungen zählen unter anderem:

  • Handwerkliche Arbeiten am Bau
  • Bereitstellung von Baumaterial
  • Planungs- und Entwurfsleistungen
  • Direkte finanzielle Beiträge durch gesparte Handwerkerkosten

Solche Beiträge müssen allerdings monetär bewertet werden, um sie in die Berechnung der Eigenmittelquote einfließen lassen zu können.

Einfluss von Eigenleistungen auf die Eigenmittelquote

Die Eigenleistung erhöht den Wert der Eigenmittel und somit auch die Eigenmittelquote. Dies kann dabei helfen, bessere Konditionen bei der Finanzierung zu erhalten. Je höher der Anteil der Eigenmittel – sei es in Form von Bargeld oder eben durch Eigenleistung –, desto günstiger können die Bedingungen des Kredits ausfallen.

Es ist wichtig, die Eigenleistungen realistisch zu bewerten und mit der finanzierenden Bank abzustimmen. So wird sichergestellt, dass die persönlichen Beiträge zum Projekt angemessen berücksichtigt werden und die Vorteile einer höheren Eigenmittelquote genutzt werden können.

Für gewöhnlich können Eigenmittel aus folgenden Kapitalwerten gezogen werden:

  • Bargeld
  • Sparbuch
  • Bausparverträge
  • Tagesgeld- und Festgeldkonten
  • Angesparte Versicherungen (Lebensversicherungen, Pensionsversicherungen)
  • Aktien, Fonds
  • Immobilienbesitz (Grundstücke, Vorsorgewohnungen, etc.)
  • Edelmetalle
  • Baumaterial und Eigenleistung beim Hausbau
  • Kredite von privaten Personen

Geschenktes (oder geborgtes) Geld von Familienmitgliedern für die Errichtung des Eigenheims, wie es bei jungen Paaren und Familien oft vorkommt, zählt natürlich ebenfalls zu den Eigenmitteln. Nicht aber, wenn sich dritte Personen bereit erklären, eine Bürgschaft zu unterzeichnen. Die Bürgschaft ist lediglich eine Sicherheit für die Bank, kein Eigenmittel. Näheres dazu im Artikel „Bürgschaft“.

Vor- und Nachteile einer höheren Eigenkapitalsquote

Es gibt einen gravierenden Vorteil einer höheren Eigenmittelquote: Banken vergeben bessere Konditionen.

Je höher der Eigenmittelanteil, desto sicherer ist die Finanzierung für den Gläubiger, sprich für die kreditgebende Bank. Dadurch erhält man in der Regel deutlich bessere Kreditkonditionen.

Durch die geringere Kreditsumme sinkt aber auch das eigene Risiko. Man muss bedenken, dass Kredite mit variablen Zinsen (und auch jene, die anfangs eine Fixzinsphase vereinbart haben) in Zukunft wesentlich teurer werden könnten, da sich das Zinsumfeld am Markt jederzeit dynamisch verändern kann.

Durch eine hohe aushaftende Kreditsumme können die monatlichen Raten höher ansteigen. Je höher die Eigenmittelquote, desto geringer wird dieses Risiko.

Natürlich ist es in vielen Fällen nicht möglich, beliebig viel Eigenkapital einzubringen. Wer jedoch über mehr Eigenmittel als die benötigten 20% verfügt, sollte diese auch dafür aufwenden. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, am besten bespricht man das in einem ausführlichen Gespräch mit unseren Finanzierungsspezialist:innen.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, Kredit- und Sparzinsen gehen Hand in Hand miteinander. Deshalb macht es keinen Sinn, darauf zu spekulieren, dass man mit dem Ersparten bessere Erträge erzielt, als man für den Kredit zahlt. Niedrigere Zinsen für den Kredit bedeuten meist auch geringere Zinsen am Sparbuch.

Auf keinen Fall darf man jedoch sein gesamtes zur Verfügung stehendes Geld in den Immobilienkauf investieren. Ein Notgroschen von mindestens drei Nettomonatsgehältern sollte immer greifbar bleiben. Dies gilt im Übrigen nicht nur beim Immobilienkauf!

Ebenfalls gilt es zu bedenken, dass sich eine zu hohe Eigenmittelquote beim Kauf von Vorsorge- oder Anlegerwohnungen negativ auf die steuerlichen Absetzbeträge auswirken kann.

Achtung: Ein Leverage-Effekt kann nur mit einer Immobilie erzielt werden, die nicht zur Eigennutzung gedacht ist, sondern vermietet wird und dadurch eine Rendite einbringt.

Für den Kauf eines Eigenheims gilt das nicht! Je nach Marktlage sind Kredite zu unterschiedlichen Konditionen zu bekommen. Der Effektivzinssatz gibt Aufschluss darüber, welche jährlichen Gesamtkosten durch den Kredit entstehen. Mehr zum Effektivzins erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn nun das Fremdkapital der Bank mit einem Effektivzins von beispielsweise 2,2 % niedriger ist als die zu erwartende Rendite der vermieteten Wohnung (sagen wir, die liegt bei 5 %), entsteht eine Hebelwirkung (engl. leverage effect), die die Eigenkapitalsrendite verbessert. Gerade Anleger, die mehrere Immobilien kaufen und besitzen, können diesen Effekt nutzen, indem sie die zur Verfügung stehenden Eigenmittel auf mehrere Wohnungen aufteilen. Natürlich kann dieser Schuss auch nach hinten losgehen, da man damit höhere Verbindlichkeiten bei der Bank hat und das Risiko eines Leerstands der Wohnung immer mitkalkuliert werden muss.

Eine Beratung durch einen Finanzierungsspezialisten ist beim Kauf einer Vorsorgeimmobilie immer eine gute Idee, da in diesem Fall die Eigenmittelquote auch einen Einfluss auf die Steuerlast hat. Deshalb ist es auch für sehr sicherheitsbedürftige Anleger oft ratsam, die Eigenmittelquote nicht zu hoch anzusetzen.

Unsere Finanzierungsspezialisten haben folgenden Tipp: Noch bevor Sie sich nach einer (neuen) Eigentumswohnung umsehen, sollten Sie Ihre Eigenmittel kennen! Wenn Sie eine Eigenmittelquote von 20% anstreben, können Sie aus dem zur Verfügung stehenden Geld den maximalen Kaufpreis, den die Immobilie kosten darf, hochrechnen. So kommen Sie gar nicht erst in die Situation, Liegenschaften zu besichtigen, die sich im Endeffekt als „zu teuer“ oder nicht finanzierbar erweisen.

 

Was ist die Eigenmittelquote?

Die Eigenmittelquote gibt an, welchen Anteil der gesamten Projektkosten Sie aus eigenem Kapital finanzieren, statt ihn über den Kredit aufzunehmen. Sie ist eine zentrale Kennzahl bei jeder Immobilienfinanzierung, weil sie das Risiko für die Bank und damit Ihre Konditionen beeinflusst. Je höher die Quote, desto sicherer die Finanzierung aus Sicht der Bank.

Wie hoch sollte die Eigenmittelquote sein?

Als Richtwert gelten mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten, also Kaufpreis plus Nebenkosten. Häufig verlangen Banken mehr, gerade bei Anlageobjekten. Zumindest die Kaufnebenkosten von rund 10 Prozent sollten Sie aus Eigenmitteln decken können. Je höher Ihre Quote, desto besser Ihr Zinssatz. Wir ermitteln die für Ihr Projekt sinnvolle Höhe.

Was zählt alles als Eigenmittel?

Anerkannt werden in der Regel Bargeld und Sparguthaben, Wertpapierdepots, auszahlbare Lebensversicherungen, bereits vorhandene Grundstücke oder Immobilien sowie Schenkungen von Angehörigen. Auch bezahlte Anzahlungen und unter Umständen Eigenleistung zählen dazu. Nicht anerkannt werden ein erwartetes Erbe oder schwer verwertbare Werte. Wir prüfen mit Ihnen, was Ihre Bank als Eigenmittel akzeptiert.

Zählt Eigenleistung als Eigenmittel?

Ja, sogenannte Eigenleistung oder Muskelhypothek kann als Eigenmittel angerechnet werden, etwa eigene handwerkliche Arbeit, die Beistellung von Material oder Planungsleistungen. Banken bewerten diese aber vorsichtig und erkennen nur einen realistischen, nachvollziehbaren Anteil an. Wichtig ist, dass Sie die Leistung tatsächlich erbringen können. Wir helfen, Eigenleistung sauber in die Finanzierung einzubringen.

Welche Vorteile hat eine höhere Eigenmittelquote?

Eine höhere Eigenmittelquote senkt die benötigte Kreditsumme und damit Ihre monatliche Rate und die gesamte Zinsbelastung. Banken honorieren mehr Eigenmittel zudem oft mit einem niedrigeren Zinssatz, weil ihr Risiko sinkt. Gleichzeitig sollten Sie eine Reserve für Unerwartetes behalten und nicht alle Mittel einsetzen. Wir finden gemeinsam die richtige Balance.

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