Finanzierungsplan – alles wichtige inklusive Beispiel

Der Finanzierungsplan ist ein Teil der gesamten Finanzplanung, die sowohl für öffentliche Einrichtungen und Unternehmen als auch für private Haushalte von großer Bedeutung ist. Aufgestellt wird ein Finanzierungsplan meistens dann, wenn eine umfangreichere Finanzierung durchgeführt werden muss. Im Privatbereich gehört dazu vor allem die Baufinanzierung.

Worum handelt es sich bei einem Finanzierungsplan?

Der Finanzierungsplan ist eine Gliederung, die einen Überblick darüber geben kann, welche Anschaffungskosten, Nebenkosten und Finanzierungskosten anfallen und auf welche Art und Weise die jeweiligen Kosten finanziert werden sollen. Dies bedeutet, dass allen Kosten die jeweiligen Finanzierungsquelle zugeordnet werden müssen. Das Ziel des Finanzierungsplans ist es, eine vollständige Übersicht darüber zu geben, welche einzelnen Kosten durch welche Finanzierungsmittel abgedeckt werden. Nicht zu verwechseln ist der Finanzierungsplan mit einem Finanzplan, denn dieser umfasst die gesamte Finanzplanung eines Haushaltes, also auch die Finanzierungen.

Welche Aufgabe hat der Finanzierungsplan?

In der Regel verlangen Banken einen Finanzierungsplan, die insbesondere die folgenden Kreditarten zur Verfügung stellen:

  • Investitionskredite
  • Existenzgründungsdarlehen
  • Spezialkredite
  • Baukredite
  • Größere Konsumentenkredite

In aller Regel ist der Finanzierungsplan dann einer von mehreren Unterlagen, die der Kreditsuchende einzureichen hat. Somit ergänzt der Finanzierungsplan häufig insbesondere einen Einkommensnachweis, eine Vermögensaufstellung sowie eine Aufstellung über mögliche Sicherheiten. In diesem Fall dient der Finanzierungsplan vor allem dazu, dass der Kreditgeber sämtliche Kostenfaktoren auf einen Blick sieht und auf welche Art und Weise vorgesehen ist, diese Kosten durch die entsprechende Finanzierung abzudecken.

Wie ist ein Finanzierungsplan aufgebaut?

Der Finanzierungsplan besteht in aller Regel aus drei Hauptbausteinen, nämlich:

  • Kosten
  • Eigenkapital
  • Fremdkapital

Das erste Element eines Finanzierungsplan sind also die Kosten. Dabei ist es wichtig, dass tatsächlich sämtliche Kosten genannt werden, die im Zusammenhang mit der zu finanzierenden Immobilie stehen. Die Gesamtkosten setzen sich meistens aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nebenkosten zusammen. 

Das zweite Grundelement eines jeden Finanzierungsplans ist das Eigenkapital. Hier werden sämtliche Mittel aufgeführt, die der Kreditnehmer als Eigenkapital in die Finanzierung einbinden kann. Dabei kann es sich zum Beispiel um Bankguthaben, veräußerbare Wertpapiere oder auch um Sachwerte handeln, die leicht liquidierbar sind. Ebenfalls als Eigenmittel wird häufig die Eigenleistung am Bau angerechnet, wenn durch die Arbeit des Bauherrn zum Beispiel an Handwerkern mit den entsprechenden Kosten eingespart werden kann.

Der dritte Baustein des Finanzierungsplans ist das Fremdkapital. Um dieses geht es bei der Immobilienfinanzierung. Aufgeführt werden innerhalb des Plans alle Fremdmittel, die von verschiedenen Seiten aus zur Verfügung gestellt werden müssen, um die zuvor genannten Kosten abzudecken. So enthält der Finanzierungsplan zum Beispiel genaue Angaben dazu, welche Art von Fremdfinanzierung vorliegt, also beispielsweise ein Baukredit und ein Konsumentendarlehen.

Wie kann der Finanzierungsplan im Detail aussehen: ein Beispiel

Oftmals klingt der Finanzierungsplan etwas abstrakt, insbesondere wenn es um dessen Aufbau geht. Das folgende typische Beispiel beschreibt, wie der Finanzierungsplan im Rahmen einer Eigenheimfinanzierung aussehen könnte:

 

Kosten

Grundstück: 80.000 Euro

Baukosten: 220.000 Euro

Nebenkosten: 30.000 Euro

Gesamtkosten: 330.000 Euro

 

Finanzierung

Eigenkapital: 60.000 Euro

Eigenleistung: 20.000 Euro

Fremdkapital: 250.000 Euro

  • Aufgesplittet in Baukredit: 200.000 Euro
  • Bauspardarlehen: 50.000 Euro

Finanzierung: 330.000 Euro

 

An diesem beispielhaften Finanzierungsplan ist deutlich zu erkennen, dass die Gesamtkosten identisch mit der gesamten Finanzierung sein müssen. Dabei ist genau aufgeteilt, wie sich die Kosten und die Finanzierung zusammensetzen. In gewissem Sinne ähnelt der Finanzierungsplan daher einer Bilanz, denn auch dort müssen beide Seiten die gleiche Summe haben. Beim Finanzplan sind die Kosten praktisch die Aktiva der Bilanz und die Finanzierungsmittel zeigen die Mittelherkunft, sind also vergleichbar mit der Passivseite einer Bilanz. So lassen sich mit einem Finanzplan auch mögliche Probleme entdecken, wenn zum Beispiel die Kosten nicht vollständig durch Eigen- und Fremdkapital abgedeckt sind.

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Detlef Krotz
Detlef Krotz
Seit über 8 Jahren ist Detlef Krotz bereits in der heimischen Finanzbranche als Finanzierungsspezialist tätig. Er berät täglich Kunden und Partner, die sich mit der Finanzierung einer Immobilie beschäftigen.