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Kreditversicherung – wann und für wen lohnt sie sich?

Hinter dem Terminus „Kreditversicherung“ verbirgt sich eine Absicherung von Lieferanten gegen die Zahlungsunfähigkeit ihrer Käufer, allerdings immer nur im unternehmerischen Umfeld.

Mit einem (Wohnbau-)Kredit für Privatpersonen hat das gar nichts zu tun.

Kreditversicherung
Kreditversicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Kreditversicherung, die im Privaten Bereich alle in Verbindung mit dem Kredit stehenden Risiken abdeckt, gibt es nicht.
  • In der Regel meint „Kreditversicherung“ eine „Kreditausfallversicherung“.
  • Für die jeweiligen Ursachen der Zahlungsunfähigkeit gibt es eigene Versicherungen. Man kann auch all die Komponenten in einer Polizze zusammenfassen – oder Teile davon.
  • Häufig kommt es vor, dass die Bank den Abschluss einer Kreditausfallversicherung verlangt, um den Kredit zu bewilligen.
  • Maximal 10% der Finanzierungsumme kann die Versicherung ausmachen.
  • Neben der möglichen Zahlungsunfähigkeit machen beim Immobilienkauf auch andere Versicherungen Sinn, um finanzielle Risiken abzufedern.
  • Gebäude und Bauversicherungen sind auf jeden Fall ratsam.

Kreditausfallversicherung

Häufig wird der Begriff „Kreditversicherung“ jedoch dennoch auch für private Kreditangelegenheit gebraucht. Gemeint ist dann in der Regel die Kreditausfallversicherung. Diese hat den Zweck, bei Zahlungsunfähigkeit die Kreditraten des Konsumenten zu decken. Je nach Ursprung der Liquiditätsprobleme, gibt es unterschiedliche Versicherungen, die einzeln oder in Bausch und Bogen abgeschlossen werden können.

Kredit versichern bei Todesfall

Die Ablebensversicherung (auch Risikolebensversicherung genannt) ist die häufigste Form der abgeschlossenen Versicherungen. Auch deshalb, weil Banken eine solche Kreditversicherung oft verlangen, um überhaupt eine Finanzierung zu genehmigen. Bei Tod des Kreditnehmers übernimmt die Versicherung die Tilgung des Kredits.

Kredit versichern bei Arbeitslosigkeit

Gerade wenn ein Alleinverdiener die Kreditraten übernimmt, macht es Sinn, sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Bei Jobverlust droht Zahlungsunfähigkeit und diese kann schwerwiegende Folgen wie Exekutionen oder den Verlust des Eigenheims nach sich ziehen.

Bei dieser Art von Kreditversicherung lohnt es sich, möglichst viele Anbieter zu vergleichen, da sich die Leistungen oft stark unterscheiden. Manche springen erst nach einer gewissen Karenzzeit ein, andere wiederum beschränken ihre Zahlungen auf 12 Monate. Es hängt daher vom eigenen Sicherheitsbedürfnis ab, ob und in welchem Umfang man einen möglichen Jobverlust absichern will.

Kredit versichern bei Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit kann temporär oder dauerhaft sein. Entweder bedingt durch Krankheit, Unfall oder körperliche Gebrechen, kann ein Arbeitnehmer oder Selbstständiger seinen Beruf nicht mehr ausüben und erhält dadurch keine Gehälter.

Gerade bei Selbstständigen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung auch außerhalb vom Kreditkontext bereits weit verbreitet. Die Kreditraten werden von der Versicherung übernommen, allerdings gibt es auch hier ähnlich wie bei der Arbeitslosenversicherung ganz erhebliche Unterschiede, was die Dauer und das Einsetzen der Zahlungen angeht.

Bei Krankheit eines Arbeitsnehmers jedenfalls ist es üblich, dass die Versicherung die Raten erst ab dem Zeitpunkt übernimmt, wo der Anspruch auf Krankengeld vom Arbeitnehmer oder durch die Krankenkasse nicht mehr gegeben ist. Das sind mindestens sechs Wochen.

Große Unterschiede gibt es dahingehend, was als „Berufsunfähigkeit“ anerkannt wird und auf welchen Zeitraum die Monatsraten übernommen werden. Hier hängt es wieder vom eigenen Sicherheitsbedürfnis des Kreditnehmers ab, welches Versicherungsangebot gewählt wird.

Je besser die Deckung der Kreditversicherung, desto höher die Prämie

Wer eine Kreditausfallversicherung abschließt, muss sich der Höhe der Kosten bewusst sein. Mehr als 10% der Kreditsumme sollten diese auf keinen Fall ausmachen. Allerdings hängt die monatliche Prämie sehr stark von den gewählten Komponenten der Kreditversicherung ab. Auch die maximale Dauer der vereinbarten Leistung spielt natürlich eine große Rolle.

Kreditversicherung – freiwillig oder von der Bank vorgeschrieben

In vielen Fällen hat der Antragsteller gar keine große Wahl, was den Abschluss einer Versicherung betrifft. Oftmals verlangen Banken, dass man sich gegen die oben genannten Eventualitäten versichert.

Wissenswert ist hierbei allerdings, dass der Kreditnehmer nicht gezwungen ist, den Versicherungspartner der Bank zu wählen. Natürlich darf man sich als Privatperson die eigene Versicherung aussuchen, auch wenn es üblich ist, dass die Bank direkt ein Versicherungsangebot vorlegt.

Da sowohl die Prämienhöhe als auch der Deckungsumfang stark variieren können, sollte man sich auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und genau vergleichen. Gerne können das auch unsere Finanzierungsspezialist/innen durchführen.

Weitere Versicherungen im Zusammenhang mit einem Kredit

Alle oben angeführten Versicherungen stehen im direkten Kontext mit dem aufgenommenen Kredit. Gerade im Bereich der Immobilienfinanzierung macht es aber auch Sinn, das Gebäude an sich und/oder das aktuelle Bauvorhaben zu versichern. Denn Schäden am Eigenheim können schnell sehr teuer werden.

Haus- oder Gebäudeversicherung

Jeder Eigentümer sollte seine Immobilie gegen mögliche schädliche Einflüsse versichern. Wasser, Sturm, Hagel oder Feuer können ein Haus schwer beschädigen oder gänzlich zerstören. Ein Hausbesitzer sollte daher all diese Komponenten in seiner Polizze wiederfinden. Für Wohnungsbesitzer ist diese Versicherung nicht ratsam, da sie bereits in den Betriebskosten inkludiert und anteilig von jedem Eigentümer gedeckt wird.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung (oft auch Hausratsversicherung) ist nicht mit der Haushaltsversicherung zu verwechseln. Die Hausratversicherung bezieht sich auf die eigene Einrichtung im Schadensfall, während die Haushaltsversicherung jeden Schäden abdeckt, die dem Haushalt angehörige Personen in fremden Immobilien anrichten.

Wenn also das eigene Mobiliar durch Feuer, Wasser oder andere schuldlose Umstände zerstört wird, wird es durch die Versicherung ersetzt. Keinen Sinn macht eine solche Versicherung, wenn man selbst im Stande ist, die Einrichtung neu zu kaufen. Bei Antiquitäten oder wertvollen Teppichen kann sich eine Hausratversicherung auszahlen.

Bauversicherung

Häuslbauer sollten sich auf jeden Fall absichern und zwar gegen zweierlei Eventualitäten: Sachschäden am Bau und durch den Bau entstandene Schäden dritter. Die meisten Versicherungen bieten solche Versicherungen im Paket an, da beim Hausbau immer beide Risiken auftreten.

Sachschäden am Bau: Vandalismus, Feuer, Wasser, Sturm oder Hagel können erheblichen Schaden am Bauprojekt hinterlassen oder den bisherigen Projektfortschritt überhaupt zunichtemachen. Wer dann nicht versichert ist, wird mit dem aufgenommen Kredit natürlich nicht mehr das Auslangen finden. Aus diesem Grund wollen wir dieses Risiko hier bei der Kreditversicherung mitaufnehmen.

Durch den Bau entstandene Schäden: Beim Bau oder auch schon davor am Bauplatz können Personen und Gegenstände zu Schaden kommen. Auch dagegen sollte man sich versichern, denn ganz besonders Personenschäden können Kosten in Millionenhöhe verursachen.

Welche Kreditversicherung macht Sinn

Ob man sich gegen eine mögliche Zahlungsunfähigkeit versichern muss oder nicht, liegt oft nicht im eigenen Ermessen. Banken schreiben den Abschluss einer Kreditausfallversicherung häufig als Bedingung für die Kreditvergabe vor. Die Versicherung übernimmt die monatlichen Raten bei Ableben oder bei Jobverlust oder bei Arbeitsunfähigkeit. Auch Kombinationen sind möglich.

Ab wann und auf welche Dauer die Versicherung für die Rückzahlung einspringt, hängt vom Kreditvertrag ab. Mehr als 10% der Kreditsumme sollte die Versicherung nicht ausmachen. Abgesehen von der Kreditausfallversicherung macht eine Bauversicherung Sinn, um vor möglichen finanziellen Schäden zu bewahren. Das Gebäude selbst sollte auch nach Fertigstellung auf jeden Fall entsprechend versichert werden.

Über den Autor: Mario Schantl
ist ausgebildeter Wohnfinanzberater seit 2010, hat sich 2016 selbständig gemacht und zeitgleich die OPTIFIN gegründet. Gemeinsam mit unseren Finanzierungsspezialist/innen in ganz Österreich ist es unser Ziel, online die "OPTImale FINanzierung" für unsere Kunden anbieten zu können. Dabei arbeiten wir völlig bankenunabhängig und ohne zusätzliche Kosten.

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